Albert Grün


Biographie

Geboren am 31. Mai 1822 in Lüdenscheid als Sohn eines Volksschullehrers. Bruder des Karl Grün. Besuch der Volks- und Rektoratsschule in Lüdenscheid und seit 1836 der Untersekunda des Gymnasiums in Barmen. Er trat bereits in der Obersekunda aus, um sich als Bergaspirant in den Kohlegruben des Dortmunder Oberbergamtsbezirks auf das höhere Bergfach vorzubereiten. Hierauf wurde er Schüler der Bochumer Bergschule. Aufgrund neuer gesetzlicher Bestimmungen musste er auf das Gymnasium zurückkehren, um die Reife für die Prima zu erwerben. Anschließend war er Bergeleve in Essen. Hierauf wechselte er den Beruf und arbeitete eine Zeitlang bei einer Versicherungsgesellschaft in Köln. Nach der Reifeprüfung Studium der Philologie in Bonn. 1846 in Folge einer Anklage wegen Majestätsbeleidigung Flucht nach Brüssel. Dort hielt er Vorträge über das moderne Drama. Im Zusammenhang mit der 1848er Revolution schloss er sich der radikaldemokratischen Bewegung an und kehrte nach Deutschland zurück. 1848 wurde er in Berlin Vorsitzender des Königsstädtischen Maschinenbauervereins. 1849 war er Bevollmächtigter der provisorischen Regierung von Sachsen in Frankfurt/M. sowie Zivilkommissar in der Pfalz. Wegen Beteiligung am Badischen Aufstand Flucht nach Straßburg, wo er in den Mädchenpensionaten, wie in öffentlichen Vorlesungen die deutsche Sprache und Literatur vertrat. (Brümmer 1877) Von 1870 bis 1872 war er Redakteur des Niederrheinischen Couriers in Straßburg/E. Später war er (bis 1895) Lehrer für Geschichte und Literatur in den oberen Klassen der höheren Töchterschule in Straßburg. 1895 Ernennung zum Gymnasialprofessor. Er starb am 22. April 1904 in Straßburg.

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Selbstständige Veröffentlichungen

Offener Brief an die Bonner Studenten. Bonn 1846 – Das Frankfurter Vorparlament und seine Wurzeln in Frankreich und Deutschland. Leipzig: Wigand 1849. 124S. (StUB Köln) – Die Schlitter und Holzhauer aus den Vogesen oder Vierundzwanzig Stunden im Hohwald. Natur- und Menschenskizzen mit 43 lith. Original-Zeichnungen von T. Schuler. Straßburg/E.: Treuttel und Würtz 1854. 14S. – Goethe’s Faust. Briefwechsel mit einer Dame. Gotha: Scheube 1856. 238S. (StUB Köln, SB Wuppertal-Elberfeld) – Aus der Verbannung. Gedichte. Straßburg/E. 1859 – Deutsche Flüchtlinge. Zeitbild. Hamburg: Hoffmann und Campe 1851. IV, 219S. – Das A-B-C der Ästhetik. Fünf Vorlesungen, gehalten zu Straßburg. Straßburg/E.: Treuttel und Würtz 1856. VII, 168S. (UStB Frankfurt/M.) – Friederike [von Sesenheim]. Schauspiel. Mit einem Faksimile der Titelheldin. Straßburg/E.: Treuttel und Würtz 1859. XXXIV, 290S. (UStB Frankfurt/M., ULB Düsseldorf) – Das Forsthaus in den Vogesen. Wahrheit und Dichtung [Roman]. 4 Bde. Leipzig: Günther 1874. IV, 210, 120, 207, 201S. [Abb.] – Die Poesie der Natur. Winter-Vorlesung. Straßburg/E., Mannheim: Schneider 1877. 30S. – Die deutsche Rechtschreibung, mit besonderer Berücksichtigung der preußischen und badischen Verordnungen. Vortrag. Karlsruhe: Reuther 1881. 34S. – Der deutsche Sprachverein und seine Gegner. Vortrag, gehalten im Straßburger Zweigverein. Straßburg/E.: Schmidt 1888. 30S. – postum: Georg Forster. Drama. Hg. von H. Dippel. Kassel: Kassel Univ. Press 1999.

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Herausgabe

Wahrheitsschenke für Vornehm und Gering. Eine Reihe von Volksbüchern über die Hauptereignisse und Lebensfragen der Gegenwart. Heft 1: Das Frankfurter Vorparlament und seine Wurzeln in Frankreich und Deutschland. Leipzig: Wigand 1849. 124S. (StUB Köln) – Niederrhein. Couriers. Straßburg/E. 1870-1872 [Red.].

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Selbstständige Veröffentlichungen über

E. Trox: Albert Grün (1822-1904). Eine Biographie. Begleitband zur Ausstellung [Museen der Stadt Lüdenscheid, 30. November 1997-22. Februar 1998]. Lüdenscheid 1997 (=Forschungen zur Geschichte der Stadt Lüdenscheid 6).

Unselbstständige Veröffentlichungen über

E. Trox: Albert Grüns Drama „Georg Forster“: „sociale Democratie“ für Europa, in: Georg-Forster-Studien, Bd. 6, 2001, S. 155-179.

Erwähnungen in

Straßburger Post 1892, Nr. 154 – Westf. Literaturführer 1992 (Stichw. Lüdenscheid) – s. weiterhin die Literatur zu Karl Grün.

Bildnis

Porträt (SBPK Berlin, Porträtslg.).

Nachlass/Vorlass

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1. DLA Marbach: Brief an Ludwig Uhland, 24.11.1859 – 2. GStA Weimar (Nachlass Julius Rodenberg): 3 Briefe, 1870-1871; zum Inhalt s. K.H. Hahn: Goethe- und Schiller-Archiv Bestandsverzeichnis. Weimar 1961, S. 180 – 3. SBPK Berlin, Handschriftenabt. (Nachlass Brümmer): Lebenslauf.

Handschriftliches

1. DLA Marbach: Brief an Ludwig Uhland, 24.11.1859 – 2. GStA Weimar (Nachlass Julius Rodenberg): 3 Briefe, 1870-1871; zum Inhalt s. K.H. Hahn: Goethe- und Schiller-Archiv Bestandsverzeichnis. Weimar 1961, S. 180 – 3. SBPK Berlin, Handschriftenabt. (Nachlass Brümmer): Lebenslauf.

Nachschlagewerke

Brümmer 1877, Nachtr. – Brümmer, 6. Aufl. 1913 – Biogr. Jb. und Dt. Nekrolog 9, 1904 – Kürschner: Nekrolog 1936 – Kosch: Biogr. Staatshandbuch 1963 – Kosch, 3. Aufl., Bd. 6, 1978 – Dt. biogr. Archiv, Fiche 430, Sp. 98; N.F. Fiche 487, Sp. 48-51.

GND-Nummer
116887680   Link zu diesem Datensatz in der DNB