August Junkermann


Biographie

Geboren am 15. Dezember 1832 in Bielefeld. Dort Besuch des Gymnasiums und einer Gewerbeschule. Durch Erfolge auf Laienbühnen ermutigt, bewarb er sich am Stadttheater in Trier, wo er 1853 debütierte. Nach Wanderjahren an zahlreichen kleineren und größeren Bühnen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz, die ihn als Komiker und Sänger beschäftigten, war er seit 1863 in Bremen engagiert. 1867 ging er von dort (und ebenso 1869 von Weimar) unter Kontraktbruch nach Holland. Nach Spielzeiten in Nürnberg und Breslau erhielt er 1871 ein Engagement am Stuttgarter Hoftheater, an dem er fast 16 Jahre blieb. Seit 1877 genoss er einen Ruf als Fritz-Reuter-Interpret. Seine Reuter-Bearbeitungen erfreuten sich großer Beliebtheit, das Stück Bräsig wurde über zweitausend Mal gespielt. Als ihm die erstrebte Anstellung auf Lebenszeit in Stuttgart wiederholt verweigert wurde, löste J. seinen Vertrag (letztes Auftreten 18.6.1887) und begab sich, zeitweilig mit eigenem Ensemble, auf Gastspielreisen, die ihn durch halb Europa sowie 1887, 1889 und 1892-93 in die Vereinigten Staaten führten. Sein weltweiter Ruf als Reuter-Interpret, den J. bis ins hohe Alter auch durch Vorlesungen förderte, wurde dadurch nicht geschmälert, daß man ihm zuweilen eine fehlerhafte Wiedergabe des Mecklenburgischen vorwarf, das er im Gegensatz zu verschiedenen Konkurrenten erst hatte erlernen müssen. (NDB) Er starb am 15. Mai 1915 in Berlin.

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Selbstständige Veröffentlichungen

Memoiren eines Hofschauspielers. Mit Illustr. von H. Graube. Stuttgart: Süddt. Verlagsanstalt 1888. IV, 266S. (StA Bielefed, ULB Düsseldorf); 2. Aufl. ebd. 1889; Berlin: Contumax 2011 [Online-Ressource]; Altenmünster: Jazzybee Verlag 2012 [epub].

Herausgabe

Junkermanns Humoristikum. Eine Sammlung heiterer Vortragsstücke von erprobter Wirksamkeit meist aus dem Repertoire des Herausgebers Junkermann, Hofschauspielers, 1. Komikers am Stuttgarter Hoftheater. Stuttgart: Levy und Müller 1886. XII, 307S.; 4., verb. Aufl. Ebd. 1890. XIV, 307S.; 5., verb. Aufl. ebd. 1899. XVI, 346S.; Neue Folge. Unter Mitwirkung von M. Barack, F. Bodenstedt, G. Bötticher usw. hg. Mit einem Vorspiel: Meine zweite Amerikafahrt. Stuttgart: Levy und Müller 1889. VIII, 320S.; 2. Aufl. ebd. 1900. XII, 352S. – Fritz Reuter. Werke. 2 Bde. Berlin: Merkur [um 1910]. (SB Essen).

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Zeitgenössische Zeugnisse

Adolf Palm: Briefe aus der Bretterwelt. Stuttgart 1881, S. 262-264.

Unselbstständige Veröffentlichungen über

E. Maoro: Als „Onkel Bräsig“ durch die Welt. Der Bielefelder Schauspieler August Junkermann macht Reuter international bekannt, in: Der Minden-Ravensberger, 65, 1993, S. 133-135 – A. Hentschel: Erfolgreich mit „Onkel Bräsig“. Vor 100 Jahren starb der bedeutende Reuter-Interpret und Schauspieler August Junkermann, in: Schweriner Volkszeitung, 15.05.2015, S. 24.

Erwähnungen in

F. Wehl: Fünfzehn Jahre Stuttgarter Hoftheater-Leitung. Hamburg 1886, S. 257f. – Schorer 1935, S. 21, 90, 109, 207 – C. Nenz: Theater um Fritz Reuter. Die Werke Reuters in der deutschsprachigen Theater- und Filmrezeption. Friedland: Steffen-Verlag 2011.

Bildnis

1. Porträt [Abb. in: Dt. Bühnenjb. 1916] – 2. Zeichnung von A. Neumann, als „Onkel Bräsig“ [Abb. in: Gartenlaube 1877, Nr. 26; dass. in: R. Kauß: Das Stuttgarter Hoftheater. 1908, S. 273] – 3. Fotogr. (StLB Dortmund) – 4. Fotogr. (ULB Münster).

Nachlass/Vorlass

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StLB Dortmund: 3 Briefe, 1 Ged., 1 Stammbuchbl.; zum Inhalt s. Autographenkatalog Dortmund 1962, S. 174.

Handschriftliches

StLB Dortmund: 3 Briefe, 1 Ged., 1 Stammbuchbl.; zum Inhalt s. Autographenkatalog Dortmund 1962, S. 174.

Nachschlagewerke

Reden-Esbeck 1879 – Rudolph 1890 – Brümmer, 6. Aufl. 1913 – Eisenberg 1903 – Neubert 1905 – Degener, 4. Ausg. 1909 – Dt. Biogr. Jb.: Totenliste 1915 (1925) – Württemberg. Nekrolog 1915 – Kürschner: Nekrolog 1936 – Theater-Lex., Bd. 2 – Kosch, 2. Aufl., Bd. 2, 1953 – NDB, Bd. 10, 1974 – Kosch, 3. Aufl., Bd. 8, 1981 – Dt. biogr. Archiv, Fiche 616, Sp. 60-69; N.F., Fiche 667, Sp. 259-270.

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Grabstätte/ Gedenkstätte

Grabstätte auf dem Jerusalemer Friedhof, Berlin-Kreuzberg, mit Porträt auf einer Bronzemedaille.

GND-Nummer
117239550   Link zu diesem Datensatz in der DNB