Ludwig Kessing


Biographie

Geboren am 14. August 1869 in Essen-Überruhr als Sohn eines Bergmanns. Besuch der Volksschule. 1882 Tod des Vaters. Sein Wunsch zu studieren ging hierdurch nicht in Erfüllung. Die Not und die Sorge um seine Geschwister verhinderten eine Berufswahl, die seinen Neigungen entsprach, er wurde Bergmann und blieb es 42 Jahre lang. (Hüser/Köpping, 2. Aufl. 1961) Seit seinem 16. Lebensjahr dichterische Versuche. Autodidaktische Weiterbildung. 1925 Frühpensionierung aus gesundheitlichen Gründen. Er starb am 24. Februar 1940 in Essen-Kupferdreh.

Auch bei ihm [Kessing] fehlt noch der Ehrgeiz eigentlich literarischer Leistung. Bei allem Ernst der Anklage gegen Ausbeutung und Unmenschlichkeit, zu deren Kritik er die in Sagen und Sprüchen aufbewahrte tradierte Lebensform ohne Romantisierung aufbietet, steht seine Dichtung im Dienst der Bekräftigung und Verbreitung katholischer Sozialethik, und lange Jahre hat er im „Gewerkverein christlicher Bergarbeiter“, der 1894 gegen den allen politischen und religiösen Richtungen offenen „Alten Verband“ gegründet worden war, an der Arbeiterfortbildung mitgewirkt. Seine Vorstellungen von Heimat dürften denen von Augustin Wibbelt und anderen katholischen Konservativen entsprechen. (von Heydebrand 1983)

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Selbstständige Veröffentlichungen

Im Reiche der Kohlen. Ein Bergmannsgesangbuch. Steele: Selbstverlag 1900. 79S. [Ged.] (StB Essen) – Im Schatten der Schächte. Ein Knappenspiel in fünf Aufzügen. Essen: Fredebeul & Koenen 1923. 28S. [Drama] – Auf zum Licht! Gedichte. Essen: Westdt. Druckereigesellsch. 1924. 155S. (StB Essen, Bibl. Dt. Gewerkschaftsbund, Düsseldorf) – Haue und Harfe. Gedichte. Essen: Gewerkverein Christl. Bergarbeiter Deutschlands 1926. 160S. (ULB Düsseldorf, StB Mönchengladbach, StUB Köln) – Des Bergknappen Marienminne. Ein bergmännisches Ave. Dülmen: Laumann 1927. 70S. [Erz.] (EAB Paderborn) – Schlagende Wetter. Ein Schauspiel aus dem Bergmannsleben in einem Vorspiel und drei Aufzügen. Münster: Vollmer 1929. 48S. [Drama] – postum: Wach auf! Gedichte. Hg. von W. Kessing. Wattenscheid: Grauthoff 1944. 86S. [Ged.] – Der Engel des Herrn. Mariengedichte. 2. Aufl. Wanne-Eickel: Wolf 1954. 53S. (EAB Paderborn) – Hütte und Heim. Gedichte. Bochum: Invalidenwerk 1956. 19S. (StB Essen) – Männerruf, Männerwort! Gedichte. Bochum: Invalidenwerk 1956. 32S. (StB Essen).

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Unselbstständige Veröffentlichungen in

Essener Volksztg. vom 21.7.1910: Die Fährmaid an der St. Annen-Fähre zu Recklinghausen [Ged.] – postum: Hüser/Köpping, 2. Aufl. 1961: Im Bergwerk; Vor Ort; Unterirdische Heerschau; Fragen; Bergarbeiterlos – W. Köpping (Hg.): Schwarze Solidarität. Kämpferische Bergarbeiterdichtung. Oberhausen 1974 [Ged.] – 100 Jahre Bergarbeiter-Dichtung. Oberhausen 1982 [Ged.].

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Selbstständige Veröffentlichungen über

W. Kessing: Ludwig Kessing. Bergmann, Dichter, Christ. 1869-1940. Wattenscheid 1941 – P.W. Kessing: Ludwig Kessing. Wanne-Eickel 1954 – Ein Schatz an Kraft und Trost. Zum 80. Geburtstag des Arbeiterdichters Ludwig Kessing. Essen 1949 (StB Essen) – Ludwig Kessing, der vorbildl. Christ, der Rufer in Schacht und Betrieb, der Kämpfer für soziale Gerechtigkeit. Hg. vom Freundeskreis um Ludwig Kessing anläßlich des 85. Geburtstages des Dichters am 14.8.1954. Essen 1954 [Fotogr.; Gedichtnachdr.; Abb.] (StB Essen).

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Unselbstständige Veröffentlichungen über

Ludwig Kessing. Ein Lebensbild, in: Essener Volksztg. vom 25.9.1926 – Bruns: Ludwig Kessing, ein Bergmannssänger, in: Werdener Nachr., Nr. 40 vom 4.10.1931 – Gruß an Ludwig Kessing, in: Essener Volksztg. vom 13.8.1939 – B. Löbbert: Ludwig Kessing, ein Arbeiterdichter von der Ruhr, in: Nationalztg., Essen, vom 23.5.1942 – Der Bergmannsdichter Ludwig Kessing, in: Die Bergbau-Industrie, Bochum, vom 15.8.1948 – Zum 80. Geburtstag des Bergmannsdichters Ludwig Kessing am 14. Aug. 1949, in: Kath. Beobachter 4, vom 13./14.8.1949 – Ludwig Kessing würde 80 Jahre alt, in: Rhein-Ruhr-Ztg. vom 17.8.1949 – Ludwig Kessing. Mensch und Werk, in: Die Bergbau-Industrie, Bochum, 4, 1949, Nr. 34, S. 210 – Ludwig Kessing, Bergmann, Dichter, Christ, in: Mitt. des Caritasverbandes für die Stadt Essen 9, 1953, S. 2f. – Ludwig Kessing zum Gedenken, in: Essener Tagebl. vom 14./15.8.1954 – Arbeiterdichter Ludwig Kessing, 1869-1940, in: Kreuz über Kohle und Eisen. Unser Bistum Essen 1958, S. 15 – In memoriam Ludwig Kessing. Ein dichtender Bergmann unserer Heimat, in: Neue Heimat, Essen, 1958, S. 9 – Ludwig Kessing, ein Dichter der Arbeiterwelt, wurde vor 90 Jahren geb., in: Essener Tagebl. vom 14.8.1959 – J. Büscher: Der Ruf gilt dir, Kamerad! Dt. Arbeiterdichtung (IV): Ludwig Kessing, in: Gewerkschaftl. Rundschau für die Bergbau- und Energiewirtschaft, Bochum, 15, 1962, H. 4, S. 233-237 – W. Kessing: Der Bergmann, der ein Dichter war: Ludwig Kessing, in: Ruhrwort vom 28.1.1978, Nr. 4, S. 3.

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Erwähnungen in

Köpping 1973, S. 92-106 – Nowak 1977 – Arnold 1977 [s. Reg.] – K. Tenfelde: Alltag und Überlieferung. Zur Bergarbeiterdichtung im Ruhrgebiet bis 1914, in: Westf. Zeitschr., Münster, 130, 1980, S. 91-114 – Münchow 1981 [s. Reg.] – Overwien-Neuhaus 1986 [s. Reg.] – Westf. Literaturführer 1992 [s. Reg.].

Nachlass/Vorlass

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Fritz-Hüser-Inst. (Stadt Dortmund): Ms., Mat.

Nachschlagewerke

Kürschner: Nekrolog 1971 – Sellmann, Bd. 1-3, 1980-1991 – Kosch, 3. Aufl., Bd. 8, 1981 – Dickhoff 1985 – Albrecht/Böttcher, Bd. 1, 1987 – Schulz-Fielbrandt 1987 – Hallenberger/van Laak/Schütz 1990 – Freund 1993.

Grabstätte/ Gedenkstätte

Ludwig-Kessing-Park im Stadtteil Essen-Überruhr – Grabstätte auf dem Essen-Kupferdreher Friedhof.

GND-Nummer
126722323   Link zu diesem Datensatz in der DNB