Biographie

Heinrich Lersch kam als erstes von sieben Kindern eines Kesselschmieds am 12. September 1889 in Mönchengladbach zur Welt. Nach dem Besuch der Volksschule arbeitete er als Lehrling und Geselle in der väterlichen Kesselschmiede, ehe er 1909 seine Wanderjahre durch Europa begann. 1913 erschien sein erstes Gedicht in der „Wiener Arbeiterzeitung“, 1914 sein erster Gedichtband. Im 1. Weltkrieg wurde er verschüttet, in der Folge zog er sich ein nie verheilendes Lungenleiden zu. 1924 gab er den Beruf des Kesselschmiedes auf und widmete sich ausschließlich der Schriftstellerei. Zwischen 1926 und 1933 reiste er mehrfach nach Capri und Griechenland. In seiner Dichtung beklagte er einerseits die Lebensbedingungen des Arbeiters, ließ ihn andererseits Erfüllung in seiner Arbeit finden, eine klassenkämpferische Haltung lehnte er ab. Seine Dichtung traf auf das Wohlwollen der Nationalsozialisten, er wurde 1933 in die Deutsche Akademie der Dichtung berufen und erhielt 1935 den Rheinischen Literaturpreis. Als er am 18. Juni 1936 mit erst 46 Jahren in Remagen starb, wurde er mit einem Staatsbegräbnis beigesetzt.

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Auszeichnungen

Kleist-Preis (1916) – Rheinischer Literaturpreis (1935).

Selbstständige Veröffentlichungen

Abglanz des Lebens. Gedichte von Heinrich Lersch. Mönchengladbach: Westdeutsche Arbeiter-Zeitung 1914; Mönchengladbach: Volksvereins-Verl. 1917 – Kriegsgedichte. 10 Bände. Mönchengladbach: Sekretariat Soz. Studentenarbeit 1915-1918 – Herz! Aufglühe dein Blut. Gedichte im Kriege. Jena: Diederichs 1916 – Vergiß du deines Bruders Not. Arbeitergedichte. Köln: Salm 1917 – Deutschland! Lieder und Gesänge von Volk und Vaterland. Jena: Diederichs 1918 – Die ewige Frau. Liebesgedichte. Köln: Salm 1919 – Das ist es. Chemnitz: Gesellschaft der Bücherfreunde zu Chemnitz 1922 – Mensch im Eisen. Gesänge von Volk und Werk. Stuttgart: Deutsche Verlags-Anstalt 1925 – Neue Erzählungen und Gedichte. Mönchengladbach: Orplid 1926 – Stern und Amboss. Gedichte und Gesänge. Berlin: Arbeiterjugend-Verlag 1927 – Manni. Geschichten vom Jungen, aufgeschrieben vom Vater. Stuttgart: Deutsche Verlags-Anstalt 1927, 1950; München: Diederichs 1989 – Der grüßende Wald. Legenden und Geschichten. Berlin: Bühnenvolksbundverlag 1927 – Capri. Dichtungen. Dresden: W. Jess 1927 – Hammerschläge. Ein Roman von Menschen und Maschinen. Hannover: Sponholtz 1930; Hamburg: tredition 2012 – Hammerschläge. Eine Auswahl. Hg. von W. Fronemann. Köln: Schaffstein 1933, 1952, 1959, 1965 (Blaue Bändchen, 215) – Wir Werkleute. Geschichten und Gedichte. Frankfurt a.M.: Diesterweg 1934 – Mut und Übermut. Geschichten. Stuttgart/ Berlin: Deutsche Verlags-Anstalt 1934 – Mit brüderlicher Stimme. Gedichte. Stuttgart/ Berlin: Deutsche Verlags-Anstalt 1934 – Die Pioniere von Eilenburg. Roman aus der Frühzeit der deutschen Arbeiterbewegung. Berlin: Buchmeister 1934; Hamburg: tredition 2011 – Im Pulsschlag der Maschinen. Novellen. Berlin: Verlag Junge Generation 1935, 1942 – Deutschland muß leben. Gedichte. Jena: Diederichs 1935 – Der grüßende Wald. Gedicht. Düsseldorf: Staatl. Kunstakademie 1935 – postum: Heinrich Lersch. Eine Dichterstunde. Zsgest. v. Ferdinand Oppenberg. Hamburg: Hanseat. Verl. Anst. 1938 – Zwischen Niederrhein und Akropolis. Hamburg: Dt. Hausbücherei 1940 – Mittelmeerreise. Hamburg: Hanseat. Verl. Anst. 1940 – Klinge hinaus, schlagender Schall. Dichtungen. Berlin: Büchergilde Gutenberg 1940 – Das dichterische Werk. Berlin: Dt. Buch-Gemeinschaft 1940 – Unter den Hämmern. Erzählungen aus der Welt der Kesselschmiede. Kevelaer: Butzon & Bercker 1950 (Berckers kleine Volksbibliothek, 36) – Ausgewählte Werke in zwei Bänden. Hg. u. mit Einleitung u. Anmerkungen von J. Klein. Düsseldorf u. Köln: Diederichs 1965 u. 1966, Bd. 1.: Gedichte, Bd. 2.: Erzählungen und Briefe – Hammerschläge. Ein Roman von Menschen und Maschinen. Mit einem Nachw. von Martin Walser. Frankfurt am Main: Suhrkamp 1980 – Kriegsgedichte. Neustadt an der Orla: Arnshaugk 2011.

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Briefe

Briefe und Gedichte aus dem Nachlaß. Hg. v. C. Jenssen. Hamburg: Hanseat. Verl. Anst. 1939 – Skizzen und Erzählungen aus dem Nachlaß. Hg. v. C. Jenssen. Hamburg: Hanseat. Verl. Anst. 1940 – Siegfried und andere Romane aus dem Nachlaß. Hg. v. C. Jenssen. Hamburg: Hanseat. Verl. Anst. 1941 – Briefwechsel. Mathias Ludwig Schroeder – Heinrich Lersch. Hg. von H. Strangmeier u. E. Kraut. Hilden: Peters 1978 (Niederbergische Beiträge, Bd. 41) – Verzeichnis der Archivbestände zu den Arbeiterdichtern Paul Zech (1881-1946), Gerrit Engelke (1890-1918) und Max Barthel (1893-1975) sowie Übersicht über den Nachlass von Heinrich Lersch (1889-1936) und Katalog zur Ausstellung „Arbeiterdichter zu Krieg und Arbeitswelt“. Nachlässe von Arbeiterdichtern der 20er Jahre im Fritz-Hüser-Institut für Deutsche und Ausländische Arbeiterliteratur. Dortmund: Fritz-Hüser-Inst. für Dt. und Ausländische Arbeiterliteratur 1984. Hg. von Stadt Dortmund, Fritz-Hüser-Institut für Deutsche und Ausländische Arbeiterliteratur, Dortmund 1984 (Informationen des Fritz-Hüser-Instituts für Deutsche und Ausländische Arbeiterliteratur, 29).

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Selbstständige Veröffentlichungen über

K. Weber: Heinrich Lersch. Dichter und Arbeiter. Freiburg: Schmied 1936 – H. Eiserlo: Heinrich Lersch, ein deutscher Arbeiterdichter. Würzburg: Triltsch 1937 – H. Eiserlo: Heinrich Lersch, ein Dichter des schaffenden Volkes. Würzburg: Triltsch 1938 [Diss.] – O. Gmelin (Hg.): Chor der Freunde. Dichter zeugen für Hein Lersch. Köln: Staufen 1939 – E. W. Balk: Heinrich Lersch. München: Dt. Volksverlag 1939 – B. Sieper: Heinrich Lersch. Herz überm Amboß. Mainz: Albert Eggebrecht-Presse 1939 – H. Schulz: Das Volkstumserlebnis des Arbeiters in der Dichtung von Gerrit Engelke, Heinrich Lersch und Karl Bröger. Würzburg: Triltsch 1940 [Diss.] – Heinrich Lersch. Kesselschmied und Dichter. 1889-1936, mit Beiträgen von H. M. Elster u.a. und einer Heinrich-Lersch-Bibliographie von Hedwig Bieber. Hg. in Verb. mit d. Archiv f. Arbeiterdichtung u. soziale Literatur Dortmund. Dortmund: Städtische Volksbüchereien 1959 (Dichter und Denker unserer Zeit, 27) – V. Lersch: Studien zu einer Biographie des Arbeiterdichters Heinrich Lersch (1889-1936). Münster 1977 – R. Wildermann: Heinrich Lersch. Mönchengladbach 1986 – G. Lamers: Von einem, der Kessel und Strophen geschmiedet. Zum 50. Todestag von Heinrich Lersch, d. Mönchengladbacher Kesselschmied u. Arbeiterdichter. Mönchengladbach 1986 – T. Kniffler: „… alles geschildert in dieser im besten Sinne expressionistischen Sprache des Dichters Lersch …“. Mönchengladbach 1990 – S. Elbing: Heinrich Lersch (1889-1936). Eine literaturpolitische Biographie. Bielefeld: Aisthesis 2014 – M. Lersch (Hg.): Schreiben, Freunde, Familie. Heinrich Lersch 1889-1936. Goch: Pagina 2014.

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Unselbstständige Veröffentlichungen über

L. Jansen: Erinnerung an Heinrich Lersch, in: Der Niederrhein, 56, 1989, S. 235-236 – H. Schürings: „… und würgt sich zwischen Gott und Kapital kaputt“. Der Mönchengladbacher Schriftsteller Heinrich Lersch (1889-1936), in: Juni. Magazin für Literatur und Kultur, 6, 1992, S. 77-86 – W. Delseit: Heinrich Lersch (1889-1936), in: B. Kortländer (Hg.): Literatur von nebenan. Bielefeld: Aisthesis 1995, S. 228-235 – W. Delseit: „Der Mensch aus Eisen“. Heinrich Lersch und die Industriedichtung, in: Juni. Magazin für Literatur und Kultur, 29, 1999, S. 51-65 – E. Lersch: „Es hat ein jeder Toter des Bruders Angesicht“. Reflexionen eines Nachgeborenen über Heinrich Lersch, in: Muschelhaufen, Bd. 43, 2003, S. 158-167 – R. G. Czapla: Katholizismus, Nationalismus, Sozialismus. Zur Interferenz weltanschaulicher Formationen im Werk des Arbeiterdichters Heinrich Lersch, in: W. Kühlmann (Hg.): Moderne und Antimoderne. Freiburg: Rombach 2008, S. 324-359 – S. Elbing: Heinrich Lersch. Der Arbeiterdichter, in: R. Düsterberg (Hg.): Dichter für das „Dritte Reich“. 10 Autorenporträts. Bielefeld: Aisthesis 2009, S. 133-158 – R. G. Czapla: Heinrich Lersch als Heros der Arbeit. Ein unbekanntes Porträt des Kölner Fotografen August Sander, in: Jahrbuch zur Kultur und Literatur der Weimarer Republik, Bd. 13/14, 2009/2010, S. 9-26 – S. Elbing: Heinrich Lersch im Bund rheinischer Dichter. Zur ideologischen Verortung des „Arbeiterdichters“, in: Von Flussidyllen und Fördertürmen. Essen: Klartext 2011, S. 117-141 – H. Schürings: Krieg und Literatur bei Heinrich Lersch und Gottfried Kapp. Unterschiedliche Positionen und Aufarbeitungen des Ersten Weltkrieges, in: K. Boland (Hg.): Der Erste Weltkrieg und Mönchengladbach. 2014, S. 196-208 – S. Elbing: Heinrich Lersch (1889-1936), in: Monatshefte für deutschsprachige Literatur und Kultur, Bd. 107, 2015, H. 4, S. 697-698.

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Nachlass/Vorlass

Fritz-Hüser-Institut für Literatur und Kultur der Arbeitswelt in Dortmund.

Nachschlagewerke

Neue Deutsche Biographie, Bd. 14, 1985, S. 317-319.

GND-Nummer
118572024   Link zu diesem Datensatz in der DNB

Fritz-Hüser-Institut für Literatur und Kultur der Arbeitswelt

Institution
Fritz-Hüser-Institut für Literatur und Kultur der Arbeitswelt
Bestand
Teilnachlass
Ordnung
geordnet
Umfang
1 lfd. Meter 519 Verzeichnungseinheiten
Nutzung
uneingeschränkt
Inhalt

Werke, Briefe, Lebensdokumente, Sammelstücke

Detaillierte Angaben werden nach Erscheinen des Inventars des Hüser-Instituts (2005) eingestellt.