Hanna Rademacher


Biographie

Geboren am 15. Dezember 1881 in Nürnberg als Johanna Franziska Leuchs. Sie war die Tochter eines Verlagsbuchhändlers und Zeitungsgründers. Sie wuchs in einer weltoffenen, großbürgerlichen Atmosphäre auf. Zunächst war sie in Nürnberg Schülerin des Port’schen Instituts, dann ging sie nach Friedrichshafen ins Paulinenstift und schließlich ins Lohmannsche Institut. (Dem Vergessen entgehen, 1989) Bereits mit 8 Jahren unternahm sie erste literarische Versuche. Mit 12 Jahren schrieb sie ihr erstes Drama Odin, Tor und Freya. Daneben entstanden erste Erzählungen und Gedichte. Der Privatunterricht des Altphilologen Dr. Schunck lenkte Hanna Leuchs zur klassischen Dramenliteratur hin und vermittelte ihr die Liebe zum Humanismus. (Dem Vergessen entgehen, 1989) In den Jahren 1899 bis 1902 hört sie an der Münchener Universität Vorlesungen (Archäologie, Geschichte, Germanistik). Verstärkte Dramenproduktion. Mit ihrem Förderer, dem Literaturwissenschaftler Franz Muncker, und dessen Frau größere Bildungsreisen in die Schweiz, nach Italien, Dänemark, Schweden, Norwegen. 1903 Heirat mit dem Oberingenieur und Fabrikbesitzer Ernst Rademacher. Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor. Wohnsitz der Familie war Berlin, Leipzig und seit 1914 Düsseldorf. Besonders in den Düsseldorfer Jahren intensive literarische Produktion. In den Jahren 1936 bis 1938 hielt sie auf Bitten der NS-Frauenschaft einen Vortrag über die „heimatliche Frauengestalt“, über die ermordete Herzogin Jakobe von Baden als Opfer einer religiös-indoktrinierten Machtpolitik. Daraus entstand das Schauspiel „Jakobe von Baden“, das am 22. Juni 1938 zur 650-Jahrfeier der Stadt Düsseldorf im Schauspielhaus uraufgeführt wurde. (Dem Vergessen entgehen, 1989) 1939 Umzug in den kleinen sauerländischen Ort Fleckenberg (heute Ortsteil von Schmallenberg) in das Ferienhaus der Familie, wo sie – weiterhin literarisch produktiv – bis zu ihrem Tod am 31. Juli 1979 zurückgezogen lebte.

1988 gelangte im Rahmen der 770-Jahr-Feier der Stadt Düsseldorf das musikalische Schauspiel Jacobe nach Motiven von Johanna Rademachers Schauspiel in der Kleinen Oper Düsseldorf zur Aufführung.

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Selbstständige Veröffentlichungen

Ulrich von Hutten. Historisches Schauspiel. Nürnberg 1899 – Hertha. Gesellschaftsdrama. Nürnberg 1899 – Dämon. Drama. Nürnberg 1901 – Dornröschen. Märchenoper. Nürnberg 1902 [Urauff. Stadttheater Nürnberg April 1902, Musik A. Weichmann] – Johanna von Neapel. Drama in vier Akten. Leipzig: Wolff 1911. 79 S. (ULB Düsseldorf) [Urauff. Stadttheater Leipzig 1912]; Neuaufl. Düsseldorf: Rademacher 1925. 88 S. (UB Bonn, StUB Köln, StB Mülheim/R.) – Golo und Genovefa. Drama. Leipzig: Wolff 1914. 71 S. (UB Bonn, ULB Düsseldorf, StUB Köln) [Urauff. Stadttheater Saarbrücken 1923] – Utopia. Ein heiteres Spiel in drei Aufzügen. Düsseldorf: Rademacher 1921. 71 S. (UB Bonn, ULB Düsseldorf, StB Trier) [Urauff. Neues Schauspielhaus Königsberg 1923] – Rosamunde. Drama in vier Aufzügen. Düsseldorf: Rademacher 1923. 54 S. (Lipp. LB Detmold, StB Mülheim/R.); Neuaufl. Düsseldorf: Rademacher 1923 (ULB Düsseldorf, UB Bonn, StB Wuppertal-Elberfeld) – Willibald Pirckheimer. Schauspiel in drei Aufzügen. Düsseldorf: Rademacher 1924. 88 S. (UB Bonn, ULB Düsseldorf, StUB Köln) [Urauff. Vereinigte Stadttheater Bochum-Duisburg 1925] – Haus der Freude. Düsseldorf: Rademacher 1928. 62 S. (ULB Düsseldorf, StUB Köln) [Urauff. Berlin-Charlottenburg 1928] – Cagliostro. Schauspiel. Düsseldorf: Rademacher 1931. 60 S. (ULB Düsseldorf) [Urauff. Benrather Schloßspiele 1932] – Heinrich Toppler, Bürgermeister von Rothenburg. Düsseldorf: Rademacher 1933. 68 S. (UB Bonn, ULB Düsseldorf, StUB Köln) – Kaiser und König. Schauspiel. Düsseldorf: Rademacher 1937. 87 S. (ULB Düsseldorf) – Jakobe von Baden. Düsseldorf: Rademacher 1937. 100 S. (ULB Düsseldorf, StB Essen); Neuaufl. Düsseldorf: Rademacher 1939 (ULB Düsseldorf, UB Bonn); Neuaufl. Düsseldorf: Rademacher 1941. 79 S. [Urauff. Schauspielhaus Düsseldorf 1938] – Tiberius und Sejan. Erzählung. Düsseldorf: Rademacher 1937 – Amrei. Langensalza: Beltz 1939. 27 S. (= Die dt. Frau in der Gesch. 2) (Rhein. LB Koblenz) – Willkommen. Ein heiteres Spiel. Langensalza: Beltz 1940. 93 S. (ULB Düsseldorf, StB Wuppertal-Elberfeld) – Ein König ringt um das Reich. Eine Erzählung aus der Zeit des Großinquisitors. Berlin: Nordland 1940. 120 S. (= Nordlandbücherei 8) (ULB Münster, ULB Düsseldorf, UB Bielefeld) – Konrad von Marburg. 1940 – Dem Genius Preußens. Düsseldorf: Rademacher 1943. 94 S. [masch.] (ULB Düsseldorf) – Fürst Pückler. Lustspiel. Fleckenberg: Selbstverlag 1947 – Anacoana. Schauspiel. Fleckenberg: Selbstverlag 1949 – Ein viel zu großes Herz, das mich verzehrt. Drama. Fleckenberg: Selbstverlag 1950 (ULB Düsseldorf) – Europa. Fleckenberg: Selbstverlag 1952 – Das Urteil des Paris oder die Ent-Scheidung. Lustspiel in drei Aufzügen. Fleckenberg: Selbstverlag [um 1954]. 61 S. (ULB Düsseldorf) – Eppelein von Geilingen. Fleckenberg: Selbstverlag 1954. 70 S. [masch.] (ULB Düsseldorf) – …und wandelte unter uns. Fleckenberg: Selbstverlag 1955. 88 S. (ULB Düsseldorf) – Toto. Kammerspiel in drei Aufzügen. Fleckenberg: Selbstverlag 1960 – Maria Theresia. Fleckenberg: Selbstverlag 1961 – Im Licht der Ewigkeit. Schauspiel in vier Akten. Fleckenberg: Selbstverlag 1962. 60 S. (ULB Düsseldorf) – Mississippi. Ein Schauspiel in fünf Aufzügen. Fleckenberg: Selbstverlag 1964 – Schuß im Damenheim. Fleckenberg: Selbstverlag 1973 [Slg. der Werke StB Nürnberg].

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Unselbstständige Veröffentlichungen in

Düsseldorfer Dichter. Düsseldorf 1929: Aus meinem Tagebuch. 1930 – Fränk. Monatshefte, Nürnberg, 1935: Meine Jugend in Franken. Autobiographische Skizze.

Unselbstständige Veröffentlichungen über

A. Neuhaus-Koch, M. Werner, M. Vahsen: Hanna Rademacher, in: Dem Vergessen entgehen. Frauen in der Geistesgeschichte Düsseldorfs. Neuss 1989, S. 163 [Bildn.] – H. Walwei-Wiegelmann: Das Frauenbild im dramatischen Werk Hanna Rademachers, in: A. Neuhaus-Koch (Hg.): Der eigene Blick. Frauen-Geschichte und ‑Kultur in Düsseldorf. Neuss: Ahasvera 1989 – D. Rost: Hanna Rademacher, in: D. Rost: Sauerländer Schriftsteller des kurkölnischen Sauerlandes im 19. und 20. Jahrhundert. Schmallenberg-Holthausen: Schieferbergbaumuseum 1990, S. 155-157.

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Erwähnungen in

Westf. Literaturführer 1992, S. 134.

Bildnis

1. Fotogr. (Abb. in: Rost 1990) – 2. Fotogr. aus versch. Lebenszeiten; Bühnenfotogr. (StB Nürnberg) – 3. Porträt von F. Reusinger, 1934 (Fotogr. WLA Hagen).

Nachlass/Vorlass

1. Bayer. SB München: Brief an Helene Raff, 6.6.1935 – 2. Heine-Inst., Düsseldorf: Brief an Dr. Winker, 1928 – 3. ULB Düsseldorf, Frauen-Archiv: Mat. [Prosamss.: Mechthilde von Magdeburg; Anna Margarethe Fuggerin] – 4. StB Nürnberg: Brief an H. Dollinger, 1932; 10 masch. vervielfältigte Theaterstücke und Szenen.

Sammlungen

1. StB Nürnberg: Sonderslg. der Werke – 2. StLB Dortmund: Zeitungsausschnittslg. – 3. WLA Hagen: Materialslg.

Nachschlagewerke

Geißler 1913 – Degener, 10. Ausg. 1935; 12. Ausg. 1955 – Kürschner: Dt. Lit.-Kalender 52, 1952 – Lex. der Frau, Bd. 2, 1954 – Kosch, 3. Aufl., Bd. 12, 1990 – Rost 1990 – Dt. Biogr. Archiv, N.F., Fiche 1037, Sp. 419-423.

Grabstätte/ Gedenkstätte

Auf dem Düsseldorfer Nordfriedhof.

GND-Nummer
116322314   Link zu diesem Datensatz in der DNB