Peter Soemer


Berufe
Kaplan; Vikar
Biographie

Geboren am 12. August 1832 in Elspe als fünftes Kind eines Schlossermeisters und Landwirtes. Früh verwaist. Erst ab dem 17. Lebensjahr Gymnasialunterricht in Brilon und Paderborn, zuvor lediglich Förderung durch den Ortspfarrer Hengstebeck. Nach Beendigung der Schule Studium der Philosophie und Theologie an der Akademie Münster und in Paderborn. 1859 Priesterweihe in Paderborn. Er war für kurze Zeit Kaplan in Bielefeld, seit 1861 Vikar in Grevenstein bei Meschede und seit 1869 Vikar in Büderich (heute Ortsteil von Werl), wo er am 4. Oktober 1902 starb.

Soemer ist bekannt durch seine geistlichen Dichtungen und Kirchenlieder, die Eingang in Gesangbücher fanden. Er nahm Anteil an der Gestaltung des alten Paderborner Gesangbuches.

Ein Autor, der die kleinen Dinge des Lebens humorvoll abwog (Krause 1987.) und der mit Sagen, Geschichten und Schwänken alte sauerländer Sitten und Originale porträtierte. Sein Buch Hageröschen aus dem Herzogthum Westfalen ist teilweise in heimatlicher Mundart verfasst. Über seine Lieder, Romanzen und Sprüche heißt es im Literarischen Handweiser: Im Ganzen enthält das Büchlein deren 60 Nr., in denen […] Sprache, Vers und Reim nicht ohne Geschick und Geschmack behandelt sind. Die geistlichen Lieder, Eigenes und Nachgebildetes, bieten recht Ansprechendes. Auch die übrigen Stücke bringen treffliche Sachen und Manches darunter zeigt, daß der Verfasser, dessen Mundart in zwei Gedichten vertreten ist, Sinn und Verständnis für Brauch und Gewohnheit, Sitte und Sage in seiner Heimat hat. Zuweilen könnte ein Vers gesiebter, ein Reim feiner sein. (Zitate nach Kehrein, Bd. 2, 1871.)

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Selbstständige Veröffentlichungen

Lieder, Romanzen und Sprüche. Arnsberg: von Schilgen 1867. IV, 99 S. – Religiöse Gedichte. Werl: Stein 1874. IV, 156 S. (WLA Hagen, EAB Paderborn) – Das Kirchenjahr. Gedicht. Paderborn: Bonifatiusdruck 1887. 224 S. (StUB Köln, EAB Paderborn) – Altar und Tabernakel. Ein Lehrgedicht von Peter Soemer. Paderborn: Bonifatiusdruck 1890. 48 S. (EAB Paderborn) – Hageröschen aus dem Herzogtum Westfalen d.i. Legenden, Sagen und Geschichten/ Auch Schwänke, wo der Schelm drin lacht,/ Gebräuch‘ und Sitten, nebst Geschichten/ Der Birkenbäumer Völkerschlacht,/ In Alltagsworten und Gedichten/ Geschildert und ans Licht gebracht. Paderborn: Bonifatiusdruck 1892. 264 S. (WLA Hagen, WLMKuK Münster, UB(LB Münster, StLB Dortmund, ULB Düsseldorf); 2. Aufl. Paderborn: Bonifatiusdruck 1909. 255 S. (ULB Münster, StLB Dortmund, StA Bielefeld) – Legenden. Paderborn: Jungfermann 1896. 283 S. (EAB Paderborn) – Spiegelbilder. Fabeln, Parabeln und Sprüche. Steyl: Missiondr. 1897. 132 S. (EAB Paderborn) – Stations-Büchlein des heiligen Kreuz-Weges. 7. Aufl. Werl: Steinsche Buchh. 1898. 64 S. – postum: Loblieder zu Ehren des eucharistischen Heilandes und seiner Mutter [komp. von P. Griesbacher]. Paderborn: Jungfermann 1904 (ULB Münster) – Vier Heldinnen. o.O.u.J.

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Unselbstständige Veröffentlichungen in

Altes Paderborner Gesangbuch – Baehr: Rhein.-Westf. Dichterbuch 1888, S. 522f.: Der Nikolaus kommt – Hüttemann 1898, S. 414f.: Sankt Stephanus; Legende vom Muttergotteskinde; Zum heiligen Joseph; Der Ritter und sein Ehegemahl – postum in: Gathmann 1922 – Schauerte: Westfälisches Heimatbuch 1927 – Heimwacht Nr. 2/1930, S. 57: En Biebmesken Anslag – Du liebes Land 1936 – Nolte 1953: Plattdeutscher Lesebogen – Unser Sauerland Nr. 8/1954, S. 60: De Voß un de Biären; S. 62: Sauerländische Hausinschriften – Sauerländer-Arnsberger Hinkende Bote 1964, S. 78: De Smidt un de Snieder – Sauerland Nr. 2/1977, S. 51: Sauerländische Hausinschriften  – Heimatstimmen Olpe F 129/1982, S. 183: De Oleper Pannenklöpper. – Droege-Sauerland 2006 – Aanewenge 2006.

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Selbstständige Veröffentlichungen über

o. A.: Vorgestellt. Peter Sömer (1832-1902). Lennestadt-Elspe, Werl-Büderich. Eslohe 2010.

Unselbstständige Veröffentlichungen über

K. Nebeling: Dem Priester und Dichter Peter Soemer zum Gedächtnis. Elspe, 12.8.1932 [Archiv J. Krause: Kopie im Chr.Koch-Mundartarchiv] – Festschr. zur Sömer-Hundertjahrfeier in Elspe am 12.8.1932. Olpe: Sauerländisches Volksblatt 1932 – Dem Sauerländer Heimatdichter Peter Soemer zu seinem 100-jährigen Geburtstage, in: Heimatblätter Olpe Nr. 7-8/Juli-Aug. 1932 [Bd. 4], S. 101-105 – J. Kirchner: Peter Soemer – Priester und Dichter, in: Heimatstimmen Olpe F 10/1953 [Bd. 2], S. 665-667 – M. Padberg: Das sauerländische Porträt. Peter Soemer, Priester und Dichter. 1832-1902, in: Unser Sauerland Nr. 4/1955, S. 40 – Peter Sömer aus Elspe [m. Sömers Brief an P. Bahlmann], in: Heimatstimmen Olpe F 23/1956 [Bd. 3], S. 1231-1235 – Elspe. Bilder, Erzählungen und Geschichte aus einem Dorf im Sauerland. Fredeburg: Grobbel 1983, S. 191 – Dem Sauerländischen Heimatdichter Peter Soemer zu seinem 100jährigen Geburtstage. Priester und Heimatpoet, in: J. Krause: Menschen der Heimat. Olpe. Bd. 1. 1987, S. 100-105 – F. Kaiser: Ein Gedenkstein für Peter Sömer, in: Heimatstimmen aus dem Kreis Olpe. 59 (1988), S. 215-217 – D. Wiethoff: Vor 100 Jahren starb der Dichter und Priester Peter Soemer, sein Heimatdorf Elspe hält das Andenken an ihn lebendig, in: Sauerland, Meschede 2002, 35, S. 150-151 – K. Funke-Knobbe: Schönes altes Elspe. Schmallenberg: A. Richter o.J., S. 73-86.

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Erwähnungen in

P. Norrenberg: Deutschlands katholische Dichtung der Gegenwart (1847-1873). Supplementheft zu den neueren Bearbeitungen der Geschichte der deutschen Nationalliteratur. Brunn 1873 – Westf. Literaturführer 1992 (Stichw. Lennestadt, Werl-Büderich).

Bildnis

2 Fotogr. (WLA Hagen).

Sammlungen

WLA Hagen: Materialslg.

Nachschlagewerke

Kehrein, Bd. 2, 1871 – Brümmer, Bd. 2, 1877 – Wienstein 1899 – Schönhoff 1914 – Seelmann, Bd. 3, 1915 – Kürschner: Nekrolog 1936 – Seelmann/Seelmann 1979 – Krause, Bd. 1, 1987 – Rost 1990 – Sowinski 1997 – CKG-Dokumentation 2003 – Aanewenge-Leutegut 2006 – Strunzerdal-Mundartliteratur 2007 [S. 236-242] – Dt. biogr. Archiv, Fiche 1192, Sp. 160-162; N.F., Fiche 1232, Sp. 338f. – PBuB: www.ins-db.de.

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Grabstätte/ Gedenkstätte

Denkmal in der Nähe seines Geburtshauses, St. Jacobus-Straße, Lennestadt (Naturstein mit Bronzeplatte). Das Geburtshaus steht nicht mehr; ein Fachwerkbalken mit Inschr. „Hier traf der Muse Blick ein Kind, das ward ein Dichter hochgesinnt, vergiß ihn nicht, o Heimatland, der dir die Hageröschen wand“ ist noch erhalten. Grabdenkmal auf dem Friedhof in Werl-Büderich.

GND-Nummer
189411996   Link zu diesem Datensatz in der DNB