Johann Carl Bertram Stüve


Biographie

Geboren am 4. März 1798 in Osnabrück als Sohn des dortigen Bürgermeisters. Nach dem Besuch des Gymnasiums in seiner Heimatstadt studierte er von 1817 bis 1819 in Berlin und Göttingen Jura, Philologie, Altertumskunde und Philosophie. 1820 Promotion zum Dr. jur. mit anschließender Tätigkeit als Rechtsanwalt in Osnabrück. 1824 Abgeordneter Osnabrücks in der Ständeversammlung. Seit 1830 Schatzrat im Landtag. 1833 Verwaltungsbürgermeister in Osnabrück. 1837, nach der Aufhebung des Staatsgrundgesetzes, Vorkämpfer gegen die feudal-absolutistische Revolution. Aus diesem Grunde für zehn Jahre von seinem Abgeordnetenmandat ausgeschlossen. 1847 Begründer des Vereins für Geschichte und Landeskunde von Osnabrück. Wurde 1848 vom König als Ministerialvorstand in das hannoverische Innenministerium berufen. Verstarb am 16. Februar 1872 in Osnabrück.

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Selbstständige Veröffentlichungen

Kurze Darstellung des Verhältnisses der Stadt Osnabrück zum Stifte vorzüglich in Rücksicht auf den beiderseitigen Haushalt. Hannover: Culemann 1824. 58 S. – Geschichte der Stadt Osnabrück. Aus Urkunden. Theil 3. Osnabrück, mit Kißlingischen Schriften: 1826. 315 S. – Ueber die Lasten des Grundeigenthums und Verminderung derselben in Rücksicht auf das Königreich Hannover.  Hannover: Hahn 1830. 200 S. – Ueber die gegenwärtige Lage des Königreichs Hannover. Ein Versuch Ansichten aufzuklären. Jena: Frommann 1832. 179 S. – Vertheidigung des Staatsgrundgesetzes für das Königreich Hannover. Jena: Frommann 1838. 354 S. – Actenmässige Darlegung der Ergebnisse des wider den Magistrat der Haupt- u. Residenzstadt Hannover wegen Beleidigung der Regierung des Königreichs Hannover durch verschiedene an die hohe Deutsche Bundesversammlung gerichtete Eingaben eingeleiteten Untersuchungs-Verfahrens. Jena: Frommann 1840 – Drei Denkschriften das Finanzwesen des Königreichs Hannover betreffend. s.l. 1842 – Über Reformen in der Verfassung und Verwaltung Hamburgs. Mit Bezug auf den „Commissionsbericht an die Unterzeichner der Petition vom 8. Juni 1842“ (Hamburg, Perthes Besser und Mauke 1843). Jena: Frommann 1844. 34 S. – Heinrich David Stüve. Doctor der Rechte und Bürgermeister der Stadt Osnabrück. Jena 1827. 96 S. – Zwei Entwürfe zu einer neuen Stadtverfassung für Osnabrück. Jena 1844. 318 S. – Das Bündniß der drei Königreiche Preußen, Sachsen und Hannover vom 26. Mai 1849. Ein Wort zur Beherzigung und Verständigung. Leipzig: Brockhaus 1849. 94 S. – Nochmalige Äusserung über die Gestaltung des demnächstigen Reichsoberhaupts und der Reichsregierung. Berlin 1849 – Denkschrift über die künftige Gestaltung der deutschen Verfassung. Berlin 1849. 19 S. – Ein Schreiben Stüve’s an seine Wähler in Osnabrück Frankfurt a. M.: Krebs-Schmitt 1849. 48 S. – Deutschlands Bedürfnisse: Sendschreiben an einen Frankfurter Reichstagdeputirten. Teil 1. Jena: Frommann 1850. 45 S. – Wesen und Verfassung der Landgemeinden und des ländlichen Grundbesitzes in Niedersachsen und Westphalen. Geschichtliche und statistische Untersuchungen mit unmittelbarer Beziehung auf das Königreich Hannover. Jena: Frommann 1851. 321 S. – Ueber die Hannoversche Verfassungssache. Ein Sendschreiben an die Wahlmänner der Stadt Münden. Hannover: Rümpler 1852. 126 S. – Geschichte des Hochstiftes Osnabrück. 3 Bde. Osnabrück 1853-1882. – Denkschrift zur Beurtheilung der Veränderungen, welche in den Verhältnissen Hannovers durch die Vereinigung mit Preußen hervorgebracht werden. Nach Maßgabe des Preußischen Staatshaushalts-Etats für 1866 und des Hannoverschen Budgets für 1866/7. Jena: Frommann 1866. 32 S. – Untersuchungen über die Gerichte in Westfalen und Niedersachsen. Jena: Frommann 1870; Neudruck: Osnabrück: Wenner 1972 – Für Bürger und Bauer. Kleine populäre Aufsätze. Ausgew. von Gustav Stüve (Hrsg.). Hannover [u.a.]: Hahn 1904. [in Fraktur]. 305 S.

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Herausgabe

Annales monasterii S. Clementis in Iburg collectore Mauro abbate. Die Iburger Klosterannalen des Abt Maurus Rost. Osnbrück 1895; Neudruck: Osnabrück: Wenner 1895.

Unselbstständige Veröffentlichungen in

zahlreiche Beiträge in: Mitteilungen des Vereins für Geschichte von Osnabrück; Mitteilungen des historischen Vereins zu Osnabrück; Neues vaterländisches Archiv; Osnabrücker Mitteilungen, darunter: Mittheilungen des historischen Vereins zu Osnabrück 1853: Das Burgmannsrecht von Quakenbrück vom Jahre 1422 – Mitteilungen des Vereins für Geschichte und Landeskunde, 1853, 3, S. 77: Bemerkungen über das Osnabrückische Lehnswesen mit dem Lehnbuche von 1561 – Mitteilungen des Historischen Vereins zu Osnabrück, 1864, 6, S. 17: Zur Geschichte der Bürgerschaft von Osnabrück. I. Die Häupter der Bürgerschaft – Mitteilungen des Historischen Vereins zu Osnabrück, 1865, 7: I. Reimchronik osnabrückischer Bischöfe – Mitteilungen des Historischen Vereins zu Osnabrück, 1866, 8: Zur Geschichte der Stadtverfassung von Osnabrück – postum: Mitteilungen des Historischen Vereins zu Osnabrück, 1889, 14, S. 404: Ein Stammbuch aus der Zeit des westfälischen Friedens – J. Essen (Hg.): Niedersächsisches Lesebuch. Hildesheim: Gerstenberg 1983, S. 354: Den Staat auf eine Grundlage gebracht; S. 356: Auswandererliste.

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Briefe

G. Stüve (Hrsg.): Briefwechsel zwischen Stüve und Detmold in den Jahren 1848 bis 1850. Mit Einl. von Georg Kaufmann. Hannover [u.a.]: Hahn 1903. (= Quellen und Darstellungen zur Geschichte Niedersachsens 13) – W. Conze (Hg.): Quellen zur Geschichte der deutschen Bauernbefreiung. Göttingen: Musterschmidt 1957, S. 175: An Friedrich Johannes Frommann, Hannover, 10. Februar 1828; An Friedrich Johannes Frommann, Osnabrück, 9. Oktober 1829 – W. Vogel: Briefe Johann Carl Bertram Stüves. 2 Bde. Göttingen 1959f. [Bd. 1: 1 Portr. und 2 Faks.; Bd. 2: 1 Abb.] (=Veröffentlichungen der niedersächsischen Archivverwaltung 10f.).

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Selbstständige Veröffentlichungen über

G. Stüve: Johann Carl Bertram Stüve. Nach Briefen und persönlichen Erinnerungen. Hannover [u.a.]: Hahn 1900 – L. Bäte: Johann Carl Bertram Stüve. Paderborn [u.a.]: Schöningh 1948 – W. R. Röhrbein: Johann Carl Bertram Stüve. Wegbereiter des demokratischen Rechtsstaates in Niedersachsen. Hannover 1966 (= Schriftenreihe der niedersächsischen Landeszentrale für politische Bildung H. 7) – Niedersächsisches Staatsarchiv: Johann Carl Bertram Stüve und seine Zeit (1798 – 1872). Eine Ausstellung des Niedersächsischen Staatsarchivs in Osnabrück. Ausstellungskatalog. Göttingen 1972. (= Veröffentlichungen der Niedersächsischen Archivverwaltung: Beiheft 15) – W.-D. Mohrmann: Johann Carl Bertram Stüve. 1798 – 1872. Osnabrücker Bürgermeister, Abgeordneter und Innenminister im Königreich Hannover. [Diese Ausstellung entstand in der Verantwortung des Niedersächsischen Staatsarchivs in Osnabrück; 15. September 1987 – 18. Oktober 1987] Hannover 1987 – G. Voßgröne: Johann Carl Bertram Stüve (1798-1872). Ein untypischer Bürger. Münster: Aschendorff 2016 – J. Ipsen: Das Reformwerk Johann Carl Bertram Stüves. Bürgermeister und Deputierer der Stadt Osnabrück, Innenminister des Königreichs Hannover. Göttingen: V&R Unipress 2019.

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Unselbstständige Veröffentlichungen über

A. Brennecke: Johann Carl Bertram Stüve, in: Zeitschrift des historischen Vereins Niedersachsens 85, 1920 – H. Schuirmann: Johann Carl Bertram Stüve in der vormärzlichen Opposition 1837-1848. Göttingen 1927. [Phil. Diss. v. 3. Aug. 1928, Göttingen] – F. Grolle: Stüve und die Osnabrücker Stadtverfassung, in: Mitteilungen des Vereins für Geschichte von Osnabrück 53, 1932, S. 117-228; auch: Osnabrück 1932 [Diss. Hamburg 1930] – H. Schmidt: Landesgeschichte und Gegenwart bei Johann Carl Bertram Stüve, in: H. Boockmann: Geschichtswissenschaft und Vereinswesen im 19. Jahrhundert. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 1972, S. 74 – C. V. Graf: Johann Carl Bertram Stüve und die Befreiung des hannoverschen Bauerntums, in: Osnabrücker Mitteilungen, 1972, 79, S. 249 – R. Kaune, A. Reese: Johann Carl Bertram Stüve und die Deutsche Frage 1848/49, in: Niedersächsisches Jahrbuch für Landesgeschichte. Bd. 44. Göttingen: Wallstein 1972, S. 233 – A. Meyer: Johann Carl Bertram Stüve (1798-1872). Der Bauernbefreier und große Verfassungspolitiker Niedersachsens, in: Der Sachsenspiegel vom 24.11.1973 – W. Schäfer: J. C. B. Stüves staatsmännischer Dienst in seiner konfessionellen Voraussetzung und landeskirchlichen Wirkung, in: Jahrbuch der Gesellschaft für Niedersächsische Kirchengeschichte. Bd. 73. Hannover: Gesellschaft für niedersächsische Kirchengeschichte 1975, S. 171 – H. Schmidt: Justus Möser und Johann Carl Bertram Stüve, in: Niedersächsisches Jahrbuch für Landesgeschichte. Bd. 79. Göttingen: Wallstein 2007, S. 257 – J. Gansäuer: Johann Carl Bertram Stüve (1798-1872), Politiker zwischen Reform und Revolution. Grußwort, in: Landesgeschichte im Landtag. Hannover: Hahn 2007, S. 603 – C. van den Hevel: Dorf und Landgemeinde im politischen Denken von Johann Carl Bertram Stüve, in: C. van den Hövel (Hg.): Land, Dorf und Kirche. Gemeindebildungen vom Mittelalter bis zur Neuzeit in Nordwestdeutschland. Hannover: Hahn 2009, S. 143 – N. Rügge: Oppermann und Stüve. Zwei hannoversche Juristen in revolutionären Zeiten, in: H. J. Kusserow (Hg.), G. E. Öztanil (Hg.): “Mit stahlscharfer Klinge“. Beiträge zu Heinrich Albert Oppermann. Hannover: Wehrhahn 2012, S. 35.

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Erwähnungen in

R. Lenzing: Von Möser bis Stüve. Ein Jahrhundert Osnabrücker Pressegeschichte als Spiegel des Bürgertums. Osnabrück 1924 – C. Henke: Die Osnabrücker Presse von der Märzrevolution 1848 bis zur Gegenwart. Münster 1927 – L. Hoffmeer: Chronik der Stadt Osnabrück. Osnabrück: Meinders & Elstermann 1964 – R. Jeske: Die Osnabrücker Laischaften im 19. und 20. Jahrhundert. Rechtsausstellung, Verfassung, Tätigkeit. Osnabrück: Rasch 1998 – R. Hehemann: Osnabrück. Geschichte einer Stadt. Soest: Tertulla 2009 – C. Scharnhop: Das Lüneburger Notariat im 19. Jahrhundert. Eine Untersuchung zum öffentlichen Notariat unter besonderer Berücksichtigung der Notariatsinstrumente. Berlin: BWV 2011 – J. Ipsen: Macht versus Recht. Der Hannoversche Verfassungskonflikt 1837-1840. München: Beck 2017.

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Nachlass/Vorlass

Niedersächsisches SA Osnabrück: Urkunden; Akten; Ausarbeitungen zur Geschichte des Fürstentums Osnabrück; Collectanea zu Möser; Persönliche Korrespondenzen; Unterlagen zur öffentlichen Tätigkeit – zum Inhalt: Übersicht über die Bestände des Niersächsischen Staatsarchivs Osnabrück. Göttingen (= Veröffentlichungen der Niedersächsischen Archivverwaltung 36), S. 436.

Handschriftliches

Niedersächsisches SA Osnabrück: Urkunden; Akten; Ausarbeitungen zur Geschichte des Fürstentums Osnabrück; Collectanea zu Möser; Persönliche Korrespondenzen; Unterlagen zur öffentlichen Tätigkeit – zum Inhalt: Übersicht über die Bestände des Niersächsischen Staatsarchivs Osnabrück. Göttingen (= Veröffentlichungen der Niedersächsischen Archivverwaltung 36), S. 436.

Nachschlagewerke

Binder: Allgemeine Realencyclopädie oder Conversationslexicon für das Katholische Deutschland 1846-1850 – Westf. Lebensbilder 6, 1957, S. 118ff. (Hugo Rothert) – Biogr. Handbuch Osnabrück 1990 – Jeserich: Persönlichkeiten der Verwaltung 1991, S. 159 – Rückert: Niedersächsische Juristen 2003 – Dt. Biogr. Archiv, Fiche 1245, Sp. 215.

GND-Nummer
118756230   Link zu diesem Datensatz in der DNB