Das »Westfälische Autorenlexikon« – Umrisse eines Projektes

Das »Westfälische Autorenlexikon« ist ein Online-Nachschlagewerk der Literaturkommission für Westfalen beim LWL – Landschaftsverband Westfalen-Lippe. Es beinhaltet biobibliografische Informationen zu etwa 2.300 Autor*innen. Für die Aufnahme in das Lexikon gelten folgende Aufnahmekriterien: Ein Autor/eine Autorin muss in Westfalen geboren oder verstorben oder mindestens zehn Jahre lang in Westfalen literarisch tätig gewesen sein; er/sie muss drei oder mehr belletristische Werke veröffentlicht haben (Publikationen im Selbstverlag nicht mit eingerechnet).

Der Haupterschließungszeitraum umfasst die Geburtsjahrgänge der Schriftstellerinnen und Schriftsteller 1750 bis 1950. Angaben zu den nachfolgenden Geburtsjahrgängen werden sukzessive eingepflegt und sind in der aktuellen Version noch nicht vollständig verzeichnet. Die Gesamtzahl der aufgeführten Titel beläuft sich auf ca. 80.000.

Unter Westfalen wird nicht nur die ehemalige Provinz Westfalen oder der westfälische Landesteil des Landes Nordrhein-Westfalen verstanden, sondern der Kulturraum Westfalen mit wechselnden Grenzen in unterschiedlichen Zeiträumen. Für die frühe Zeit ist dies die alte historische Landschaft zwischen Rhein und Weser und zwischen Hessen und Friesland. Für die Zeit ab 1815 orientiert sich das Lexikon an den Verwaltungsgrenzen, wie sie die Gründung der Provinz Westfalen vorgab.

Die Grundlage der Datensammlung bilden Informationen, die sich aus der Durchsicht regionaler und überregionaler Literatur- und biographischer Lexika, Bücherverzeichnisse und Nachschlagewerke sowie aus einer Auswertung gezielter Sekundärliteratur, digitaler Nachschlagewerke und Online-Portale ergaben.

Das Online-Lexikon fußt auf einer 4-bändigen Printversion, die von Walter Gödden und Iris Nölle-Hornkamp bearbeitet und herausgegeben wurde (Paderborn 1993-2002). 2005 wurde ein Modul ergänzt, das die literarischen Nachlässe in westfälischen Archiven verzeichnet (bearbeitet von Jochen Grywatsch). Anschließend wurden in unregelmäßigen Abständen Nachträge und Ergänzungen vorgenommen (unter anderem von Melanie Suttarp). 2018 und 2019 wurde das Lexikon einer grundlegenden Revision und einer umfassenden Aktualisierung unterzogen. Die inhaltliche und formale Überarbeitung übernahmen Lisa Kerkhoff und Birthe Reichenberg, die auch den kompletten Relaunch der Seite vorbereitet und betreut haben. Sie sind auch die aktuellen Ansprechpartnerinnen, die die Einträge weiter bearbeiten und ergänzen.

Projektverantwortlicher ist Walter Gödden.