Karl Döhmann


Pseudonym
Daimonides; Edgar Firn.
Biographie

Geboren am 24. August 1892 in Lemgo als Sohn eines Oberlehrers und Professors, der am Burgsteinfurter Arnoldinum wirkte, zugleich Stadtarchivar in Burgsteinfurt sowie Archivar des Fürsten zu Bentheim und Steinfurt war und als Verfasser zahlreicher lokalhistorischer Schriften auftrat. Karl Döhmann studierte an verschiedenen Orten Medizin. Im Ersten Weltkrieg wurde er als Sanitäter eingezogen. Danach Abschluss des Studiums in Berlin und 1919 Promotion zum Dr. med. Er ließ sich in Berlin als Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten nieder. Kontakt zur Berliner Dada-Szene sowie zu Walter Mehring (1896-1981), Mynona [d.i. Salomo Friedlaender] (1871-1946) und dessen Vetter und Schwager Anselm Ruest [d.i. Ernst Samuel] (1878-1943). Ein enger Freund Richard Huelsenbecks. Döhmann starb am 3. Oktober 1982 in Berlin.

Er war wissenschaftlich vielseitig interessiert. Schwerpunkte seiner Forschungen bildeten Aspekte der formalen Logik und der Zeichentheorie, daneben beschäftigte er sich mit Untersuchungen zur indogermanischen Sprachentwicklung.

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Selbstständige Veröffentlichungen

Bibergeil. Pedantische Liebeslieder. Berlin: Meyer 1919. 6Bl. (=Lyr. Flugbl. 58) [Pseud.: Edgar Firn; Titelzeichn. von George Grosz] (ULB Düsseldorf) [Rez.: Zwiebelfisch 11, 1920, H. 1/6, S. 135]; Neuaufl. mit einem Nachw. von W. Laster. München: Renner 1983. 71S. [Fotogr.; Abb.] – postum: Daimonides. Bibergeil und andere Texte. Hg. von F.J. Weber und K. Riha. Siegen: Univ.-Gesamthochschule 1983 (=Vergessene Autoren der Moderne 1) (ULB Münster, UB Siegen, StLB Dortmund).

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Unselbstständige Veröffentlichungen in

(Ausw.) Der Einzige 1, 1919, Nr. 3: Gedankenlos, Gedankenvoll; Nr. 6: Ode und Parodie; Nr. 8: Grenzen des Verkehrs; Nr. 10, 1919: Finale; Nr. 10: Aperçus; Nr. 17: Mynonal-Sonett; Nr. 21/22: Mynonal-Sonett II; Nr. 19: Lehrsätze zur transeuklidischen Erotik – Der blutige Ernst 1, 1919, Nr. 1: Dr. Leichensteins Institut – Menschen, Dresden, 3, 1920: Aphorismen – R. Huelsenbeck (Hg.): Dada-Almanach. Berlin 1920: Zur Theorie des Dadaismus – Neue Revue, Hamburg, 1, 1930: Pedantisches Liebeslied – Synthese, Bussum/Niederlande, o.J.: Ursprung und Entwicklung, Typen und Funktionen der Zeichen – Methodos, Milano, 1953: Hauptentwicklungsphasen des Zeichengebrauchs; Jg. 1961: Kybernetik des dyadischen Aussage-Kalküls mittels biaxialer Funktoren-Symbole – Logique et Analyse, Louvain, Belgien, 1959: Die sprachliche Darstellung der aussage-logischen Funktoren; Jg. 1961: Die sprachliche Darstellung der Modal-Funktoren; Jg. 1962: Die sprachliche Darstellung der Quantifikatoren; Jg. 1963: Demonstration und Argumentation sprachlich betrachtet; Jg. 1967: Der Gruppencharakter der Transformationen der dyadischen Aussagen-Verknüpfungen – Ratio, Frankfurt/M., 1960: Besprechung zu „Geist und Materie“ von Erwin Schrödinger – Studium Generale, Berlin, 1966: Zur Semantik und Etymologie der sprachlichen Darstellung der dyadischen Funktoren – P. Weingartner (Hg.): Deskription, Analytizität, Existenz. Salzburg 1966: Die Darstellung des Deskriptor in verschiedenen Sprachen.

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Zeitgenössische Zeugnisse

Emil Szittya: Das Kuriositätenkabinett. Konstanz 1923, S. 283f. – George Grosz: Ein kleines Ja und ein großes Nein. Hamburg 1955, S. 133 – Walter Mehring: Verrufene Malerei. Berlin Dada. Düsseldorf 1983, S. 157 u.ö. – U. Karthaus, H. Krüger (Hg.): Richard Huelsenbeck: Reise bis ans Ende der Freiheit. Autobiogr. Fragmente. Heidelberg 1984 (=Veröffentl. der Dt. Akad. für Sprache und Dichtung Darmstadt 56), S. 170-187 [vermutl. Figur des Dr. F.] – Albert Menne: Erinnerungen an Karl Döhmann, in: Rösener 1988 (s.u.), S. 173ff. – Erwähnungen in den Briefen und Lebenserinnerungen von George Grosz.

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Unselbstständige Veröffentlichungen über

A. Röser: „Weltdada“ und „Daimonides“. Über die Grundlagen des Dadaismus am Arnoldinum in Burgsteinfurt, in: 400 Jahre Arnoldinum. Hg. vom Kreisheimatbund Steinfurt. Greven 1988, S. 184-210 [Fotogr.; Abb.].

Bildnis

1. Porträt 1915, von Heinrich Maria Davringhausen (Museum Wiesbaden; Abb. in Rösener 1988, s.o.) – 2. Zeichn. von Christian Schad, „Interieur“ 1943 (Abb. in: ebd.) – 3. Fotoslg. (Abb. in: ebd.) – 4. Umschlagzeichnung zu Bibergeil von George Grosz (s.o.) – 5. Fotogr. (Abb. in: Bibergeil und andere Texte, 1986; Reprod. Ref. Lit. des LWL Münster) – s. die Angaben in der o.g. Literatur.

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Nachlass/Vorlass

Bestände in Westfalen: StA Burgsteinfurt (Nachlass): Mss.; Druckmss.

Sammlungen

StA Burgsteinfurt: Materialslg. insbes. zur Gesch. der Stadt und Grafschaft Steinfurt und genealog. Forschungen.

GND-Nummer
1047953072   Link zu diesem Datensatz in der DNB