Otto zur Linde


Biographie

Geboren am 26. April 1873 in Essen. Er entstammt einer protestantischen Lehrerfamilie, die bei Carlshafen/Weser lebte. Sein Vater hatte den Lehrerberuf aufgegeben, war in das hessische Militär eingetreten und hatte sich dann in Essen als Metalldreher niedergelassen, bevor er schließlich Buchhalter wurde, zuletzt bei der Firma Krupp. Anschließend hatte er in Gelsenkirchen, wohin die Familie 1878 umzog, ein Kolonialwarengeschäft mit Restaurant eröffnet. Otto zur Linde war ein kränkliches Kind und konnte mit acht Jahren erstmals die Schule besuchen, dann allerdings gleich die Sexta des Gymnasiums. Zeitlebens litt er an einer Augenschwäche, die im Alter zu einer weitgehenden Erblindung führte. 1893 Abitur mit ausgezeichneten Ergebnissen. Im selben Jahr Besuch der Universität Berlin. Er studierte wenig und verließ im Herbst die Großstadt wieder, die ihm nicht behagte. In Halle hielt es ihn ebenfalls nicht lange. Den größten Teil seiner Studienzeit verbrachte er an der Universität Freiburg i.B. Dort wurde er 1899 mit der Inauguraldissertation „Heinrich Heine und die deutsche Romantik“, die als Buch erschien, promoviert. Das Studium verlief für ihn unbefriedigend. Er führte ein haltloses und ausschweifendes Leben. So hin- und hergerissen, mißlangen alle seine künstlerischen Versuche; auch konnte er den Anforderungen der Universität nicht gerecht werden. Er studierte länger, als der Vater vorgesehen hatte, und geriet in Examensnöte. Diese inneren und äußeren Schwierigkeiten riefen schwere Depressionen hervor. In Freiburg kam es zu einer ernsthaften Krise. Zur Linde versuchte einen Selbstmord, vor dem ihn ein glücklicher Zufall bewahrte. Von da an litt er unter periodisch wiederkehrenden Depressionen und Selbstmordgedanken. […] Der Dichter war ein geborener Melancholiker. […] Was ihn später gegen Mutlosigkeit und Verzweiflung schützte, war sein Humor, der in manchen seiner Dichtungen eine bedeutende Rolle spielt. Als Künstler konnte sich der Melancholiker in die Tiefen seines Innern zurückziehen. Er fand dort eine Welt und hob sie ans Licht. Das war das einzige ihm mögliche Glück und seine Rettung. Eine Unlust am Tun schlug in eine zeitlebens anhaltende Apathie, in eine Gemüts- und Nervenkrankheit um. Während seiner Freiburger Studienzeit Begegnung mit Verena Reichenberger, seiner späteren Frau. Sein Vater widersetzte sich der Heirat. Nach der Promotion ging zur Linde mit dem Iren Charles Humphrey Clarke, den er während des Studiums in Freiburg kennengelernt hatte, nach England, um dort einen bürgerlichen Beruf zu ergreifen, der ihm eine Heirat mit Verena Reichenberger möglich machen sollte. In London arbeitete er als Korrespondent und Kritiker für große Berliner Tageszeitungen, u.a. für Die tägliche Rundschau, Der Tag und die Vossische Zeitung. Daneben betrieb er literarische und philosophische Studien im British Museum. Hier erwachte sein Interesse für Karl Philipp Moritz und seine Zeit. Er gab Moritz‘ Werk Reisen eines Deutschen in England im Jahre 1872 neu heraus. Damals erschienen auch zur Lindes erste eigene Werke in Deutschland, ohne dass sie ihm zum Durchbruch verholfen hätten. 1900 Heirat mit Verena Reichenberger, die ihm nach London folgte. Im Herbst 1902 Rückkehr nach Deutschland. Wohnsitz des Ehepaars war Berlin. Zur Linde lehnte es ab, einen bürgerlichen Beruf anzunehmen. Er wollte stattdessen ein freies, unabhängiges geistiges Leben führen. 1903 Bekanntschaft mit Rudolf Pannwitz. Gemeinsam gründeten sie 1904 das Charonswerk, die Zeitschrift Charon, den Charon-Buchverlag sowie den Kreis der Charon-Freunde. 1906 kam es zum Freundschaftsbruch. In dieser Zeit der Spannungen und Schwierigkeiten entstand eine Lebensfreundschaft zu Karl Röttger. Der Lebensstil des Dichters war mehr als bescheiden. Er und seine Frau haben all die Jahre von maximal 125 Mark, meist von weniger im Monat gelebt. Die darüber hinausgehenden Geldmittel wurden in die Zeitschrift und in den Buchverlag gesteckt. Vereinzelt stellten Mäzene begrenzte Finanzmittel zur Verfügung. Bei Kriegsbeginn 1914 musste das Erscheinen der Zeitschrift Charon eingestellt werden. Otto zur Linde und seine Frau gerieten in große Not. Er besaß die „klare Erkenntnis: mir bleibt nichts anderes übrig als Bürgerberuf“, doch hatte er eine „pathologische Angst: ich gehe darin zugrunde“. Im Verlauf des Krieges wurde er zweimal eingezogen, jedoch jeweils nach sechs Wochen wieder entlassen. Während dieser Wochen kam er physisch und psychisch herunter, einerseits durch die ihm nicht gemäße Ernährung und andererseits aus Sorge um Frau und Nichte, die mittellos dastanden. Zu dieser Zeit wandte Röttger sich an Dehmel und bat ihn um Hilfe. Er fand weitere Freunde, die ihm beistanden. Seit 1925 lebte er von einer geringen Wohlfahrtsunterstützung. Seit dieser Zeit Unfähigkeit zur weiteren literarischen Arbeit und erneute Depressionen. Auf Veranlassung von Hanns Martin Elster erhielt er zusätzlich eine monatliche Zuwendung der Schiller-Stiftung. Am 16. Februar 1938 starb er unerwartet an einem Herzschlag. Beerdigung auf dem Parkfriedhof in Berlin-Lichterfelde. Karl Röttger sprach die Abschiedsworte. (Zitate nach Röttger 1970)

Im 1905 gegründeten Charon-Buchverlag publizierte zur Linde neben seinen eigenen zehnbändigen Gesammelten Werken auch Arbeiten von Pannwitz, Else Lasker-Schüler und Johannes Schlaf. Als Lyriktheoretiker entwickelte Z. in Auseinandersetzung mit George und Holz einen Formbegriff, den er zu einer „Lehre von den Realitäten“ in „antithetischer Parallelität“ zur modernen Physik ausbaute. Das zentrale, zum großen Teil in London entstandene theoret. Werk ist „Die Kugel. Eine Philosophie in Versen“ […]. In prophetischer, an Nietzsches „Zarathustra“ erinnernder Überhöhung des eigenen Denkens wies Z. die Ra-tionalität abendländ. Philosophie seit Aristoteles zurück und erkannte in Nikolaus von Kues und Meister Eckhart Vorläufer eigener Gottesspekulation. Anstelle des Subjekt/Objekt-Dualismus, von Selbst und Handlung, gelte es, in einer „Selbsterlösung“ als „Tu-Selbst“ neue Identität zu stiften. Empirisch abgesichert sah sich Z. durch mathemat. Gottesbeweise – er nannte sich selbst einen „exakten Reihendenker“, durch pietistische Gotteserfahrungen und durch Carl Philipp Moritz‘ Kugelmetapher. (Killy-Literaturlexikon)

Insbesondere mit seiner Zeitschrift „Charon. Zeitschrift für Dichtung und Philosophie“ […] schuf sich zur Linde für sein Ziel – die radikale Erneuerung von Dichtung und Sprache – ein eigenes Forum. Gegen Arno Holz richtete er – oftmals verbitterte – Polemiken, und er nahm für sich in Anspruch, als erster „die Erlösung deutscher Kunstübung aus den Schusterregeln der ‚Metrik'“ betrieben zu haben. Er verwarf den traditionellen „taktierenden“ zugunsten eines „phonetischen“, individuellen Rhythmus und verbannte Reim und Strophenbau – so sie nicht sinnvoller Ausdruck inneren Erlebens sind – aus seinen Gedichten. Der Künstler dürfe nicht das Überkommene, nicht poetische Vorschriften und Norm exekutieren; die – offene – Begegnung mit den Dingen solle das Verständnis leiten sowie Rhythmus, Versmaß, sprachlichen Ausdruck und musikalischen Klang hervorbringen: „Laß die Dinge dich anpacken, du sollst nicht den Baum singen, sondern der Baum soll für dich singen.“ (Hallenberger 1995) Es ging Linde in allen seinen Schriften darum, Auswege aus den Zwängen zu weisen, die sich der Mensch zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit seiner oberflächlichen Kultur, seinem Bildungskitsch, seinem Materialismus, seinen Erkenntnistheorien und darauf aufbauender abstrakt-formaler Weltbeherrschung letztlich selbst geschaffen hat. Er plädierte dafür – der Zeit entsprechend – zu Echtheit und Natürlichkeit zurückzukehren. In seinen Vorstellungen spielt folgerichtig der Begriff des Organischen eine große Rolle. In der Idee des Sozialismus und im Dienst an der Gemeinschaft sieht zur Linde Möglichkeiten, daß der Mensch sein Selbst sinn- und tatvoll entfaltet. Diese und andere Vorstellungen – auch zur Lindes Hoffnung, die er auf die deutsche Seele setzte – sind jedoch vor allem zeitgeistabhängige Denkkonglomerate und keineswegs originäres Gedankengut. (Killy-Literaturlexikon)

Sein Werk, das ihn – wie das auch für Else Lasker-Schüler gilt – in die erste Generation der Expressionisten einreiht, läßt sich als Vollendung und Synthese von Tendenzen lesen, die in den Arbeiten der Harts und Hilles, der etwa 20 Jahre Älteren, angelegt sind. Die Linie der Harts (zum Teil auch schon die Hilles) führt er weiter in der Steigerung des Gedankens, dichterischer Prophet zu sein, im Auftrag eines Gottes, an dessen Vorstellung er selber arbeitet, ein Seher, dessen denkerisches Anschauen verbindliche Visionen der Zukunft enthüllt; und kühner noch als Heinrich Hart entwickelt er einen neuen Mythos, der die Spannungen des menschlichen Lebens in geistig-sinnlicher Symbolgestaltung überwinden soll. Dieser Mythos wiederum ist Fundament einer synkretistischen neuen Religion, deren diesseitige Eschatologie eine republikanische konfliktfreie Gemeinschaft aller Menschen entwirft; ihr Stifter ist der Dichter-Prophet. Hille übertrifft zur Linde dagegen in Richtung auf eine neue eigene Sprache, die er speziell vom Rhythmus her gestaltet und theoretisch begründet: Alle seine Dichtungen sind Versdichtungen, auf der Basis eigenwilliger Maß- und Tonvorstellungen. (von Heydebrand 1983)

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Selbstständige Veröffentlichungen

Heinrich Heine und die deutsche Romantik. Diss. Freiburg/Br.: Wagener 1899. 219 S. (UB Bonn) – Gedichte, Märchen und Skizzen. Dresden, Leipzig: Pierson 1901. 204 S. (UB Bonn, StUB Köln) – Fantoccini. Dresden, Leipzig: Pierson 1902. 232 S. (UB Bonn) – Die Kugel, eine Philosophie in Versen. Gedichte. Bd. 1. Groß-Lichterfelde 1909. 64 S. [Teildr.] (UB Bonn, ULB Düsseldorf, StUB Köln); 2., verm. Ausg. mit dem Untertitel: Eine Philosophie in Versen. München 1923. 148 S. (StLB Dortmund, ULB Düsseldorf, StB Essen); Hamburg: tredition 2013 – Gesammelte Werke. Groß-Lichterfelde: Charonverlag 1910-1924 [Bd. 1: Thule Traumland. 1910. 142 S.; Bd. 2: Lieder der Liebe und Ehe. 1910. 142 S.; Bd. 3: Stadt und Landschaft. 1911. 142 S.; Bd. 4: Charontischer Mythos. 1913. 142 S. [Rez.: K. Röttger, in: Die Brücke 1913/1914, 1]; Bd. 5: Wege, Menschen, Ziele. 1913. 143S.; Bd. 6: Das Buch „Abendrot“. 1920. 143 S.; Bd. 7/8: Lieder des Leids. 1924. 287 S.; Bd. 9/10: Denken, Zeit und Zukunft. 1925. 288 S.] (UB Bonn, StUB Köln, ULB Düsseldorf) – Arno Holz und der Charon. Eine Abrechnung. Groß-Lichterfeld: Charonverlag 1911. CLIXS. (ULB Düsseldorf, StB Essen) – Die Hölle. Groß-Lichterfeld: Charonverlag 1920-1922. 176 S. (= Charon Nothefte 1-13) [enthält verschiedene Variationen des Titels] (ULB Düsseldorf) – postum: Charon. Auswahl aus den Gedichten. Mit einer Einführung von H. Hennecke. München: Piper 1952. 219 S. (ULB Münster, StLB Dortmund, Lipp. LB Detmold) – Prosa, Gedichte, Briefe. Ausgew. und mit Nachw. von H. Röttger. Wiesbaden: Steiner 1974. 229 S. (= Verschollene und Vergessene) [Abb.] (ULB Münster, StUB Köln, ULB Düsseldorf) – Prosa und Gedichte. Ausgew. und mit Nachw. von H. Röttger. Münster: Aschendorff; Bethel: Gieseking 1974. 72 S. (= Kleine westf. Reihe 6, 32) [Abb.] (ULB Münster, StA Bielefeld) – Otto zur Linde Lesebuch. Zusammengestellt und mit einem Nachwort von Rolf Stolz. Bielefeld: Aisthesis 2016.

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Herausgabe

Karl Philipp Moritz. Reisen eines Deutschen in England im Jahre 1782. Berlin: Behr 1903 (= Dt. Literaturdenkmale 126) (ULB Münster, UB Bonn, StUB Köln); unveränd. Nachdr. Nendeln: Kraus Reprint 1968 – Charon. Groß-Lichterfelde: Charon-Verlag 1909-1914 [mit K. Röttger] (ULB Düsseldorf [Jg. 5, 1908ff.], StLB Dortmund) – Der Kompass. Charon-Notenhefte. Groß-Lichterfelde: Charon-Verlag 1920-1922 (ULB Düsseldorf) – Charon. Sonderheft. Groß-Lichterfelde: Charon-Verlag 1920.

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Unselbstständige Veröffentlichungen in

Dt. Literaturdenkmale des 18. und 19. Jhs., Nr. 126: Einleitung zu Karl Philipp Moritz. Reisen eines Deutschen in England 1782 – Charon, Groß-Lichterfelde, 1904, H. 3: Seele Woher? Gedicht; H. 5: An die Ästheten; Jg. 1905, H. 7: Kraft und Kultur. Aufsatz; H. 12: Und es ist doch ein schwer Wandern. Gedicht – Die Gegenwart, Berlin, vom 11.2.1905: George Borrow; vom 15.4.1905: Don Quixote. Zwei Jubiläums-Festreden – Charon, Groß-Lichterfelde 1907, H. 1: Charonziele. Aufsatz; H. 2: Über das Regulativ. Aufsatz – Charon, Groß-Lichterfelde 1908, H. 2: Von der Eigenbewegung der Vorstellungen. Aufsatz – Charon, Groß-Lichterfelde 1908, H. 3: An meine Freunde, Mitarbeiter und Briefschreiber; H. 7: An die neuen Leser; H. 8: Der Dichter und seine Umgebung. Aufsatz – Charon, Groß-Lichterfelde 1909, H. 1: Hans Bernhardts Versetzung nach Quinta. Erz. Prosa; H. 3: Hans Bernhardts Reise nach Hamburg. Erz. Prosa; H. 5: Stücke. Erz. und theoret. Prosa; H. 6 und 9: Charonkonsequenzen; H. 11: Propaganda; Beiwort – Charon, Groß-Lichterfelde 1910/1911: Sprache und Dichtung. Essay in Folgen – Charon, Groß-Lichterfelde 1910, H. 8: In eigener Sache; H. 9: Nachtrag zu „Arno Holz etc.“. Aufsatz – Charon, Groß-Lichterfelde 1911, H. 5: Die grade Linie. Aufsatz; H. 8: Über Denkregulative. Aufsatz; H. 9: Unsere Leser; Wie wirbt man für den Charon?; H. 10: Karl Röttger; H. 11: Die Charongesellschaft. Aufsatz – Die Brücke 1911/1912, H. 6f: Thomas Edward Brown. Aufsatz – Charon, Groß-Lichterfelde, Jg. 1912, H. 1: 1912; Die Brücke; H. 5: Mitteilungen über „Die Kugel“; H. 8: Beiblätter-Prosa; H. 9: Presse; H. 10: Zur Lehre von den Realitäten – Charon, Groß-Lichterfelde 1912-1914: Über individuelle Kunst und die Gemeinschaft der Volksgenossen – Die Brücke 1912/1913, H. 11 – Charon, Groß-Lichterfelde 1913, H. 2: Zornruf; Die Balance des Dichters; H. 2: Zur Relationslehre; H. 4: Der Weg; H. 5: Über Erotik, erotische Dichtung und erotisches Phantasieleben; H. 7: Ein Brief; H. 11/12: Ethos – Die Brücke 1913/1914, H. 1: Brentano. Aufsatz – Charon, Groß-Lichterfelde 1914, H. 5: Gesellschaft der Charonfreunde; H. 7/8: Zur Relationslehre – Der Tag, Berlin, vom 7.6.1914: Der Entwicklungsgedanke in bezug auf die Literatur – Allgemeine deutsche Lehrerzeitung 66, 1914, 31/32, S. 354-355: Kinderfragen – Die Rheinlande, Düsseldorf, 1916, Nr. 26: Logik und Physiologie des Verses – Hamburger Correspondent vom 20.5.1917: Der Eine und die Welt [Rez. der „Christuslegenden“ von K. Röttger] – Die Rheinlande 27, 1917, S. 230-231: Lyrik im Vortragssaal – Die Rheinlande 29, 1919: Gedichte – Charon, Groß-Lichterfelde 1920, Sonderh. Der Mythus. Aufsatz; Raumweltbild und Gottesglaube; Der persönliche Gott; Notheft Nr. 1: Vorwort; Deutsche Wiedergeburt – Charon, Groß-Lichterfelde 1921, Notheft Nr. 2: Gestalten und Unendlichkeit; Zur Relationslehre – J. Hart (Hg.): Die dt. Seele. Berlin 1926 [Ged.] – H. Plönes (Hg.): Der Niederrhein im Schrifttum alter und neuer Zeit. Bedeutende literarische Zeugnisse aus 11 Jahrhunderten. Moers: Steiger 1927, S. 169-170: Feldherrnrast; S. 171: Heidegesang – E. Bockemühl (Hg.): Die mod. Mariendichtung. Gotha 1928 – Soergel 1929 [Ged.] – T. Echtermeyer: Auswahl deutscher Gedichte von den Anfängen bis zur Gegenwart. Halle/S.: Waisenhaus 1936, S. 562: Der Wanderer. Gedichtpostum: H. E. Holthusen, F. Kemp (Hg.): Ergriffenes Dasein. Ebenhausen 1953 [Ged.] – O. Jancke (Hg.): Wellen und Ufer. Dt. Ged. seit 1900. München 1954 [Ged.] – C. Heselhaus (Hg.): Die Lyrik des Expressionismus. Voraussetzungen, Ergebnisse und Grenzen, Nachwirkungen. Tübingen: Niemeyer 1956, S. 19-22: Die Sprache; Im hohen Haus der Stadt; Seele und Tod; Nach Mitternacht – B. Jentzsch (Hg.): Das Wort Mensch. Ein Bild vom Menschen in deutschsprachigen Gedichten aus 3 Jahrhunderten. Halle/S.: Mitteldeutscher Verlag 1972, S. 352: Wenn du verlassen bist – Westf. Heimatkalender, Münster, 1974: Eichbaum; Carlshafen [jew. Ged.] – W. Fraenger (Hg.): Deutscher Humor aus fünf Jahrhunderten. Berlin: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1979, S. 634: Historie; S. 635: Kausalität; S. 636: Sargdeckel; S. 637: Hölzerne Säule – J. Bobrowski (Hg.): Meine liebsten Gedichte. Eine Auswahl deutscher Lyrik von Martin Luther bis Christoph Meckel. Stuttgart: Deutsche Verlags-Anstalt 1985, S. 210: Hölzerne Säule – Sudhoff 1996: Annie. Eine Londoner Skizze – Lit. in den Rheinlanden und in Westfalen 1996: Vom Monde – I. Gehle (Hg.): Nationale und religiöse Poesie. Identitätssuche nach Reichsgründung, Kulturkampf und Antimodernismus. Nordhausen: Bautz 2007, S. 194: Der Mond steht hinter’m Haus; Gen Ostern – U. Gehre (Hg.): Westfalens Dichterstimmen. Von Annette bis Rühmkorf. Ein Lyrik-Lesebuch. Warendorf: Schnell 2008, S. 53: Unentschiedenes Abendgewitter; S. 54: Lied im Kahn – K. Wulf (Hg.): Beständig ist das leicht Verletzliche. Gedichte in deutscher Sprache von Nietzsche bis Celan. Frankfurt/M.: Fischer 2010, S. 271: Regen III; S. 272: HerbstsonneWolken. Die Birke – A. Maxwill: Gedichte des Krieges. Lyrik in Westfalen 1914-1918. Eine Anthologie. Bielefeld: Aisthesis 2015.

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Briefe

R. Paulsen: Blätter und Briefe von Otto zur Lindes Grab. Querfurt 1938.

Zeitgenössische Zeugnisse

R. Paulsen: Aufruf zum Anschluß an die „Gesellschaft der Charonsfreunde“, in: Charon, Groß-Lichterfelde, 1911, H. 9 – R. Paulsen: Eröffnungsworte, in: Charon, Groß-Lichterfelde, 1911, H. 7 – Karl Röttger: Vom Charon, Aufs. mit kleiner Charon-Anth., in: Die Lese 7, Nr. 16 vom 3.4.1916 – M.M. Ströter: Über Charontiker und charont. Bewegung, in: Dt. Volkstum, Monatsschr. für das dt. Geistesleben, Hamburg, 1919, H. 9 – R. Pannewitz: Grundriß einer Gesch. meiner Kultur. Regensburg 1921 – Karl Röttger: „Einltg.“ zu der Anth. „Die moderne Jesusdichtung“. Gotha 1927 – R. Pannewitz: Auf dem Wege zur blauen Blume. Chemnitz 1931 – R. Pannewitz: Brief an den Freiherrn Eberhard von Bodenhausen vom 11.4.1918, in: D. von Bodenhausen-Degener (Hg.): E. von Bodenhausen. Ein Leben für Kunst und Wiss. Düsseldorf 1955.

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Literarische Zeugnisse

Rudolf Pannewitz: Charon [Ged.], in: Charon, Groß-Lichterfelde, 1905, H. 9 [veränd. Fassung in der Festschr.: Otto zur Linde. Sechzig Jahre. Halle/Saale 1933] – Rudolf Pannewitz: Otto zur Linde [Ged. aus dem Zyklus: Die Osterinsel], in: Die Horen, Berlin, 1927/1928, H. 2 – Stefan George: Der siebte Ring. Berlin 1931 – Rudolf Pannewitz: Das Gedicht von Otto zur Linde, in: Festschr. zum 60. Geburtstag von Otto zur Linde. Halle 1933, S. 24-37 – Karl Röttger: Aus meinem Leben. Prospekt des Paul-List-Verlages. Leipzig 1937 – Hugo von Hofmannsthal: Prosa. Bd. 5. Wiesbaden 1955.

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Selbstständige Veröffentlichungen über

R. Paulsen: Otto zur Linde. Ein Kapitel aus dem Schrifttum der Gegenwart. Monogr. Groß-Lichterfelde 1912 – Otto zur Linde. Sechzig Jahre. Festschr. Hg. [von R. Pannwitz] von seinen Freunden, u.a. T. Däubler. Halle 1933 (= Hallesche Flugbl. 4) – M. Sadnikar: Die Sprache Otto zur Lindes. Diss. Wien 1934 – F.J. Fall: Die beiden großen Erneuerungsbewegungen der dt. Dichtung um die Jahrhundertwende. Stefan George und Otto zur Linde. Diss. Wien 1935 – W. Kugel: Weltbild und Lyrik Otto zur Lindes. Diss. Köln 1959 [masch.] – H.F. Röttger: Otto zur Linde. Die Strukturen der Persönlichkeit und der geistigen Welt. Diss. Bonn 1967; Wuppertal, Ratingen, Kastellaun 1970 – C. von Edlinger: Kosmogonische und mythische Weltentwürfe aus interdiskursiver Sicht. Untersuchungen zu Phantasus (Arno Holz), Das Nordlicht (Theodor Däubler) und Die Kugel (Otto zur Linde). Diss. Frankfurt am Main 2002 – K. Schön: Otto zur Linde. Ein deutscher Schriftsteller, Lyriker, Essayist. München: BookRix 2016 [epub].

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Unselbstständige Veröffentlichungen über

K. Röttger: Otto zur Linde, in K. Röttger: Otto zur Linde, in: Die Flamme. Essays. München 1918, S. 161-190 – R. Pannwitz: Maßstäbe und Beispiele lyr. Synthese. Otto zur Lindes Mythen, in: Das junge Deutschland, Berlin, 2, 1919, H. 8, S. 207-211 – E. Bockemühl: Otto zur Linde, in: Die Flöte, Berlin, 1921/1922, H. 3 – K. Gröbe: Otto zur Linde, in: Der neue Kurs, Erfurt, 4. Aprilwoche 1923 – R. Paulsen: Die Sendung Otto zur Lindes, in: Der neue Kurs, Erfurt, vom 4.4.1923 – W. Mahrholz: Neuromantische Mythenbildner. Otto zur Linde, in: W. Mahrholz: Deutsche Literatur der Gegenwart. Probleme, Ergebnisse, Gestalten. Berlin: Sieben Stäbe-Verlag 1930, S. 134-142 – Otto zur Linde. Zum 60. Geburtstag des Dichters am 26. April, in: Gelsenkirchener Allg. Ztg. vom 26.4.1933 – K. Röttger: Bekenntnis zu Otto zur Linde, in: Das deutsche Wort 1934, H. 4 vom 8.6.1934 – R. Janecke: Gedenken an Otto zur Linde, in: Fränkischer Kurier, Nürnberg, vom 28.4.1938 – R. Paulsen: Otto zur Linde. Ein vergessener westfälischer Dichter, in: Heimat und Reich, Bochum, 6, 1939, H. 2, S. 44-50 – E. Lenz: Zur Erinnerung an einen deutschen Menschen, in: Basler Nachr., Sonntagsbl., Nr. 18, 1939 – Karl Röttger: Otto zur Linde, in: Essener Heimatkalender 1942 – R. Paulsen: Wesen und Werk Ottos zur Linde, in: Geist der Zeit, Berlin, 1943, H. 5 – C. Giedion-Welcker: Otto zur Linde, in: C. Giedion-Welcker: Poètes à l’écart. Anthologie der Abseitigen. Bern-Bümpliz: Benteli 1946, S. 75ff. – C. Hohoff: Charon, Otto zur Linde, in: Süddt. Ztg., München, vom 16.5.1953 – C. Hohoff: Ein genialer Dilettant?, in: Rhein. Post, Düsseldorf, vom 24.1.1953 – B. Rang: Vorläufer des Expressionismus. Theodor Däubler, Alfred Mombert und Otto zur Linde, in: H. Friedmann (Hg.): Expressionismus. Gestalten einer literarischen Bewegung. Heidelberg: Rothe 1956, S. 27-56 – H. Röttger: Westfälische Eigenart bei Otto zur Linde. Zum 100. Geburtstag des aus Essen stammenden Dichters, in: Auf Roter Erde, Münster, 29, 1973, Nr. 168, S. 17, 20 – H. Röttger: Das Westfälische im Werk Otto zur Lindes, in: Westf. Heimatkalender, Münster, 28, 1974, S. 15-19 – H. Knorr: Otto zur Linde (1873-1938), in: Literatur von nebenan. 1900-1945. 60 Portraits von Autoren aus dem Gebiet des heutigen Nordrhein-Westfalens. Bielefeld: Aisthesis 1995, S. 419-425 [Bildn.; Textproben] – H. Knorr: Otto zur Linde. Gelsenkirchens bedeutendster Autor, in: H. Knorr: Zwischen Poesie und Leben. Geschichte der Gelsenkirchener Literatur und ihrer Autoren von den Anfängen bis 1945. Essen: Klartext 1995, S. 115-129 – D. Sudhoff: Wege zur Moderne. Otto zur Linde, in: D. Sudhoff: Die literarische Moderne und Westfalen. Besichtigung einer vernachlässigten Kulturlandschaft. Bielefeld: Aisthesis 2002, S. 50-55 – I. Krzywkowski: Jardin et paysage dans la poésie de langue allemande, de Stefan George à Otto zur Linde, autour de la question d’un „jardin allemand“ et d’une amorce de révolution poétique, in: H. Haberl, A.-M. Pailhès (Hg.): Jardins d’Allemagne. Transferts, théories, imaginaires. Paris: Champion 2014, S. 207-221.

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Erwähnungen in

R. Pannewitz: Kultur, Kraft, Kunst. Leipzig 1906 – R. Pannewitz: Der Volksschullehrer und die dt. Sprache. Berlin-Schöneberg 1907 – I. von Lagin: Goethe-Dämmerung, in: Voss. Ztg., Berlin, vom 22.3.1907 – A. Soergel: Die Kugel, in: Die Brücke 1912/1913, H. 4 – K. Röttger: Otto zur Linde. Aufs. mit einer großen Gedichtausw., in: Die Rheinlande 19, 1913, H. 11/12 – F. Henning: Der Charon, in: Charon, Groß-Lichterfelde, 1913, H. 4/5 – B. Geyer: Paulsen und Pannwitz. Diss. Wien 1943 – B. Rang: Vorläufer des Expressionismus, in: H. Friedmann, O. Mann (Hg.): Expressionismus. Heidelberg 1956 – K. Röttger: August Strindberg und die Krise des mod. Menschen, in: K. Röttger: Ausgew. Werke. Bd. 2. Emsdetten 1958 – Heselhaus 1961 [s. Reg.] – Westf. Literaturführer 1992 – F. Sengle: Moderne deutsche Lyrik. Von Nietzsche bis Enzensberger (1875-1975). Heidelberg: Winter 2001.

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Bildnis

1. Kohlezeichn. von P. Gehlofen (zur Linde-Nachlass, Heine-Institut, Düsseldorf) – 2. Fotogr. (WLA Hagen) – 3. Fotogr. der Totenmaske (DLA Marbach).

Nachlass/Vorlass

1. Heine-Inst., Düsseldorf (Nachlass): [62 Kps] 122 Mss. (Ged., Aufs., Abhandl. und erzählende Prosaarb., Briefe und Karten von und an zur Linde, Veröffentlichungen) – Heine-Inst., Düsseldorf (Nachlass Eugen Franz Hoffmann): Briefe von zur Linde an Hoffmann – Heine-Inst., Düsseldorf (Teilnachlass Maximilian Maria Ströter): Briefe von zur Linde an Ströter – Heine-Inst., Düsseldorf (Teilnachlass Hanns Meinke): Ged. in Briefen an Hanns Meinke: Mit heißer Stirn und straffen Schläfen; Du weckst mich mitten in der Nacht; Oh ich und ich, der Betende, der Zuckende im Feuer; Den Tag erwartend, der dir solle kommen; Wenn eine linde liebe Hand mir streichelt; In eines Traumes dunkler Barke; Ich war gewandert aus meinem Haus; An den Karren, Müder Gaul; Briefe an M. Günther, 1924 (2), an Hanns Meinke, 1904-1907 (32), an Johannes Schlaf, 7.4.1910, von Hanns Meinke 1905 (2) – 2. DLA Marbach: Epen: Die Hölle oder Die neue Erde [1050 Bl.]; Charon. Auswahl aus seinen Gedichten [1952; Konv. mit 8 Ged.]; Brief an Cotta, 12.7.1918 – 3. Archiv der Akad. der Künste, Berlin: Werkmass. [Ged., Aufs., lit. Tagebücher, theoret. Schr. 1897-1923], Korr. u.a. mit Dichtern des Charon-Kreises; Mss. aus dem Charon-Kreis; Redaktionsunterlagen der Zeitschr. „Charon“; Druckbelege – 4. Helmut Röttger (Privatbesitz): unveröffentl. Mss.: Der Mythus [Aufs.]; Literatur und Dichtung [Aufs.]; Brief an Hugo Kauder vom 20.9.1920; Briefe an Karl Röttger; Karl Röttger: Notizen zu einer Gesch. Otto zur Lindes. „Lebensgeschichte/ Geistesgeschichte“ [Ms.]; Brief von A. Soergel an Otto zur Linde vom 22.7.1912, Düsseldorf; O. Hünninghaus: Briefe an meine Tochter, über Otto zur Linde. [Ms.], Düsseldorf; V. zur Linde: Aus dem Leben von Otto und Verena zur Linde. [Ms.], Düsseldorf; V. zur Linde: Briefe an Karl Röttger [Ms.]; V. zur Linde: Etwas aus meinem Leben [Ms.], Düsseldorf; E. Bockemühl: Aufs. [Ms.]; V. zur Linde: Erinnerungen an Otto zur Linde, Aufs. [Ms.]; Karl Röttger: Otto zur Linde, Aufs. [Ms.], Düsseldorf; Karl Röttger: In memoriam Otto zur Linde. Gedicht [Ms.]; R. Pannewitz: Über Otto zur Linde. Aufs. [Ms.], Düsseldorf – s. Denecke/Brandis, 2. Aufl. 1981, S. 425.

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Nachschlagewerke

Geißler 1913 – Knoblauch, Bd. 1, 1924 – Naumann, 2. Aufl. 1924 – Soergel, Bd. 2, 4. Aufl. 1926 – Degener, 10. Ausg., 1935 – Nadler, Bd. 3, 1938 – Oehlke 1942 – Alker, Bd. 2, 1950 – Nadler 1951 – Burger 1952 – Heselhaus 1954 – Kosch, 2. Aufl., Bd. 4, 1958 – Kullnick 1960 – Hohoff/Soergel, Bd. 1f., 1961, 1963 – Kürschner: Nekrolog 1971 – Oellers 1979 – von Heydebrand 1983 – Vogt-Leppla 1983 – Oberhauser 1983 – Dickhoff 1985 – NDB, Bd. 14, 1985 – Wilpert, 3. Aufl. 1988 – Kindler, Bd. 17, 1992 – Killy, Bd. 12, 1992 – Albrecht/Böttcher, Bd. 2, 1993 – Knorr 1995 – Dt. Biogr. Archiv, N.F., Fiche 815, Sp. 278-285.

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Grabstätte/ Gedenkstätte

Auf dem Parkfriedhof Lichterfelde in Berlin-Steglitz, Luzerner Straße.

GND-Nummer
118773283   Link zu diesem Datensatz in der DNB